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Open Heaven ? 22. Juni 2008

Posted by Stef in Christentum.
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Heute habe ich zum zweiten Male die „Open Heaven“-Veranstaltung der Evangelischen Allianz München im Olympiapark besucht. Und zum zweiten Male war ich leider sehr enttäuscht. Mit ziemlich großem Aufwand wurde da wieder ein gemeinsamer Open-Air-Gottesdienst einer ganzen Reihe christlicher Gemeinden veranstaltet und doch war in meinen Augen das Ziel verfehlt worden.

Bevor ich weiter darauf eingehe, möchte ich zunächst aber das Engagement der Evangelischen Allianz München loben. Sie versucht den Auftrag Christi ernst zu nehmen, nämlich sowohl die Einheit der Christen zu fördern als auch Menschen für Gott zu gewinnen. Es muss hierbei natürlich allen klar sein, dass es bei einer solche Gemeinschaftsaktion von zum Teil sehr verschiedenen Gemeinden immer etwas von irgendjemand auszusetzen geben wird.

Darum geht es mir aber nicht. Mir geht es nicht um „Kleinigkeiten“ wie z.B. der Auswahl und Art der Lieder (auch wenn man da sicherlich noch ausgewogener werden könnte) oder darum, dass der Gottesdienst eher einen Charakter eines Open-Air-Konzertes hatte (nichts gegen moderne Musik in lockerer Atmosphäre, dennoch frage ich mich was hier wirklich „den Unterschied“ zur „Welt“ ausgemacht hat bis auf die christlichen Texte).

Es geht mir um die Frage, ob die Menschen bei dieser Veranstaltung wirklich etwas von Gott erfahren haben. Vor allem diejenigen, die Gott noch nicht oder nur wenig kennen.

Es geht mir um die Frage, ob die Menschen den Glauben der anwesenden Christen gesehen haben.

Es geht mir um die Frage, ob etwas von der Anwesenheit Gottes, seinem Heiligen Geist spürbar war.

Wurde der „Welt“ gezeigt“, dass es uns Christen nicht nur um nette Lieder und Parolen wie „wir müssen uns mehr um die Armen kümmern“ geht, sondern dass wir wirklich eine tiefe Liebe zu Gott haben? Eine Liebe, die uns im positiven Sinne anders als die „Welt“ macht.

Und ob wir uns tatsächlich um die „Armen“ kümmern?

Konnten wir der „Welt“ zeigen, was uns wirklich wichtig ist? Z.B. einander zu dienen, statt sich bedienen zu lassen.

Haben wir die „Gäste“ wirklich so herzlich aufgenommen, dass sie sich nicht nur von uns, sondern auch durch uns von Gott geliebt gefühlt haben?

Waren wir authentisch?

Haben wir auch erklärt, dass Gott ein gerechter Gott ist, der von uns eine Abkehr von den bösen Werken erwartet? Bzw. haben wir überhaupt davon gesprochen, dass wir Menschen in Gottes Augen böse sind, Er uns aber dennoch unermesslich liebt, so dass Er sogar Seinen einzigen Sohn für uns am Kreuz sterben ließ?

Aus meiner Sicht muss man all diese Fragen im Großen und Ganzen leider verneinen.

Für mich war das Ganze sehr oberflächlich und Vieles für Außenstehende unverständlich bzw. unkonkret. Wir leben zwar in einer „christlichen“ Gesellschaft, das heißt aber lange noch nicht, dass der Durchschnittsmensch wirklich weiß, was Christentum bedeutet. Das muss man ihm doch erstmal in einfachen leichtverständlichen Worten erklären!

Ich hatte in der U-Bahn vor dem Open-Heaven-Gottesdienst noch in dem Predigt-Kommentar von Johannes Chrysostomus über den Römerbrief gelesen (siehe 16. Homilie). Und als ich dann diese Predigt heute im Vergleich zu der Predigt von Chrysostomus hörte, konnte ich nicht anders, als mittendrin zu gehen. Diesen Kontrast dieser beiden Predigten, nämlich der extreme Tiefgang von Johannes Chrysostomus, der mein Herz aufrüttelte und dann diese oberflächlichen und unkonkreten Parolen der Predigt, die sich wie eine politische Grundsatzrede anhörten, konnte ich dann doch nicht länger ertragen.

Ich denke wir brauchen mehr Prediger wie Johannes Chrysostomus, deren Herz für Gott und die Menschen brennt, die ein tiefes Verständnis für die Bibel haben und deren Leben zur eigenen Predigt passt. Ganz einfach: authentische Christen, die erfüllt vom Heiligen Geist, uns träge und geistlich halbtote Menschen wieder zum Leben erwecken. Ich hoffe es finden sich noch welche…

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Kommentare»

1. Martin - 19. Juli 2008

johannes wurde ja auch der goldmund genannt und jeder lobte seine reden

so geht es vielfach leider heut wirklich nicht mehr.

martin grüßt

2. Stefan - 20. Juli 2008

Hi Martin,
ich würde auch nicht unbedingt Predigten im Stil und der Qualität von Johannes Chrysostomus erwarten, aber ein Predigt, die authentisch ist und einen gewissen Tiefgang hat.
Und ich denke, dass viele Christen heutzutage gar nicht mehr wissen was eine gute Predigt überhaupt ist und sich mit Oberflächlichkeiten begnügen. Leider bewirken solche Predigten dann auch wenig (auch wenn bei Gott alles möglich ist 🙂 ).
Stefan

3. Bento - 28. Juli 2008

Hi Stefan,

na, da haben wir ja wieder eine Hoffnung gemeinsam 🙂

was Du hier schreibst spiegelt sehr gut auch mein Empfinden bei den meißten Aktionen der Ev. Landeskirchen wieder und ich vermisse dort sehr oft das Salz in der Suppe und es ist vieeel zu viel Wasser im Wein… wirklich ein Dilemma 😦

ich habe z.B. mal vor meiner Bekehrung lange Zeit in einem ev. Jugend + Freizeitheim gewohnt und gearbeitet und habe dort auch an der Planung und in Mitarbeiterversammlungen teilgehabt – hinterher habe ich mit Entsetzten festgestellt: Da ging es um allesmögliche, doch NIE um Jesus… auweia

naja – das ist schon lange her. Es gibt ja mittlerweile auch Bewegungen wie die GGE (geistl. Gemeindeerneuerung) – die gelten aber meißt als „Exoten“.

Segen
Bento


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