jump to navigation

Einheit der Christen 25. August 2008

Posted by Stef in Christentum, Einheit.
trackback

Ich hatte in den letzten Tagen und Wochen einige sehr interessante Diskussionen bzw. Gespräche über die Einheit der Christen (siehe z.B. diese Diskussion bei Storch), an die ich auf meinem Blog gerne nochmals anknüpfen möchte. 

Zunächst einmal: mir ist durchaus bewusst, an was für ein Thema ich mich heranwage. Es wurde sicher schon tausendfach diskutiert und alle möglichen Projekte zur Förderung bzw. (Wieder-) Herstellung der Einheit der Christen gestartet. Und alles offensichtlich ohne merklichen Erfolg.

Dennoch: da dieses Thema so wichtig ist, kann, darf und will ich nicht resignieren!

Nach den Erfahrungen aus den letzten Diskussionen mit Freunden über die Einheit der Christen möchte ich erstmal klarstellen, was ich NICHT mit „Einheit der Christen“ meine:

  • Ein autoritäres System, in dem einer allen anderen seine Meinungen aufzwingt
  • Ein liberales System, bei dem man sich lediglich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt
  • Ein beliebiges System, bei dem es nur eine äußere (z.B. organisatorische) Einheit gibt, jeder aber machen und lassen kann, was er will
  • Ein ungeistliches System, bei dem lediglich auf menschlicher Ebene eine Einheit erreicht wird, die aber nicht dem Willen Gottes entspricht

Warum ist mir die Einheit der Christen aber überhaupt so wichtig? Produziert dies Thema nicht nur lieblose Streitigkeiten? Sollten wir nicht lieber einfach über dieses Thema hinweggehen, da es sowieso nicht lösbar ist?

Dem könnte ich zustimmen, wenn es nicht Gottes unmissverständlicher Wille wäre, dass wir Christen „eins“ sind. Die „Einheit der Christen“ ist weder eine nette menschliche Idee, noch eine bloßer Option. Es ist ein Muss. Und jetzt kommt’s: Fehlende Einheit ist Spaltung, und Spaltung ist Sünde (siehe unten)!

Jetzt kommt sicherlich gleich der Einwand von manchen Christen, die sagen: Wir brauchen doch überhaupt keine Einheit zu schaffen. Die ist doch schon da: durch den Heiligen Geist, der uns eint! Es ist nicht die Aufgabe von uns Christen, Einheit zu schaffen, sondern lediglich zu verhindern, dass Einheit verloren geht bzw. zerstört wird.

Dies ist meiner Ansicht nach nicht ganz falsch. Aber man macht es sich da zu leicht. Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Gott hat einen Erlösungsplan, an dem wir Menschen MITARBEITEN müssen. Der Heilige Geist zwingt uns nicht zur Einheit. Er legt lediglich die Grundlage dazu. Jetzt müssen wir diese Einheit „nur“ noch LEBEN.

Bevor an dieser Stelle wieder eine „Schlacht“ der persönlichen Meinungen beginnt, erstmal eine Auflistung der m.E. wichtigsten zu diesem Thema relevanten Bibelstellen (nach Torrey’s Topical Textbook, Stichworte „Union with Christ“ und „Divisions“; alle Bibelstellen – soweit nicht anders angegeben – nach der Schlachterübersetzung von 1951):

Die Einheit der Christen ist darin begründet bzw. wird dadurch gefordert, dass…

1) …Jesus Christus das Haupt und wir Christen Sein (geistlicher) Leib sind, der nicht zerteilt werden darf:

Eph 1,15-23: „Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von der Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten euer zu gedenken, daß der Gott unsres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr wißt, welches die Hoffnung seiner Berufung und welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen sei, welches auch die überwältigende Größe seiner Macht sei an uns, die wir glauben, vermöge der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, welche er wirksam gemacht hat in Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen, hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen und wobei er alles unter seine Füße tat und ihn zum Haupt über alles der Gemeinde gab, welche sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt;“ 

Kol 1,18: „Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde, er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei.“

Kol 2,18-19: „Niemand soll euch um den Kampfpreis bringen, indem er sich in Demut und Engelsdienst gefällt und sich in Sachen einläßt, die er nicht gesehen hat, ohne Grund aufgeblasen ist von seinem fleischlichen Sinn, wobei er sich nicht an das Haupt hält, aus welchem der ganze Leib, vermittels der Gelenke und Sehnen unterstützt und zusammengehalten, zu der von Gott bestimmten Größe heranwächst.“

1. Kor 12,4-13,13 (Einheitsübersetzung): „Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.

Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten .Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.

Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.

Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

Auch der Leib besteht nicht nur aus Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib. Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn?

Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. Wären alle zusammen nur So aber gibt es viele Glieder und doch nur Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich bin nicht auf dich angewiesen. Der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht. Im Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich. Denen, die wir für weniger edel ansehen, erweisen wir umso mehr Ehre und unseren weniger anständigen Gliedern begegnen wir mit mehr Anstand, während die anständigen das nicht nötig haben. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, dass er dem geringsten Glied mehr Ehre zukommen ließ, damit im Leib kein Zwiespalt entstehe, sondern alle Glieder einträchtig füreinander sorgen. Wenn darum Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.

So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.

Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Wunder zu tun? Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen? Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!

Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt:

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, /
hätte aber die Liebe nicht, /
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte /
und alle Geheimnisse wüsste /
und alle Erkenntnis hätte; /
wenn ich alle Glaubenskraft besäße /
und Berge damit versetzen könnte, /
hätte aber die Liebe nicht, /
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte /
und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, /
hätte aber die Liebe nicht, /
nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, /
die Liebe ist gütig. /
Sie ereifert sich nicht, /
sie prahlt nicht, /
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, /
sucht nicht ihren Vorteil, /
lässt sich nicht zum Zorn reizen, /
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, /
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, /
glaubt alles, /
hofft alles, /
hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf. /
Prophetisches Reden hat ein Ende, /
Zungenrede verstummt, /
Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, /
Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt, /
vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, /
redete ich wie ein Kind, /
dachte wie ein Kind /
und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, /
legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel /
und sehen nur rätselhafte Umrisse, /
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, /
dann aber werde ich durch und durch erkennen, /
so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; /
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“

2) …Gott uns als Leib Christ durch Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer aufbauen und zur Einheit im Glauben bringen will:

Eph 4,11-25 (Einheitsübersetzung): „Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen. Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt. Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt. Durch ihn wird der ganze Leib zusammengefügt und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Jedes trägt mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und wird in Liebe aufgebaut.“ 

3) ...Jesus selbst“ für die (vollendete) Einheit der Christen betete, damit sie ein Zeugnis für die Welt seien:

Joh 17,16-23: „Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt. Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit. Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir, auf daß sie zu vollendeter Einheit gelangen, damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.“ 

4) …Jesus bzw. Sein Geist in uns Christen wohnt bzw. wohnen will: 

Eph 3,14-19„Deswegen beuge ich meine Knie vor dem Vater unsres Herrn Jesus Christus, nach welchem jede Vaterschaft im Himmel und auf Erden genannt wird, daß er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit verleihe, an Kraft zuzunehmen durch seinen Geist am inwendigen Menschen, daß Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr, in Liebe gewurzelt und gegründet, mit allen Heiligen zu begreifen vermöget, welches die Breite, die Länge, die Höhe und die Tiefe sei, und die Liebe Christi erkennet, die doch alle Erkenntnis übertrifft, auf daß ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes.“

Kol 1,24-29„Nun freue ich mich in den Leiden für euch und erdulde stellvertretend an meinem Fleisch, was noch fehlte an den Trübsalen Christi für seinen Leib, welcher ist die Gemeinde, deren Diener ich geworden bin gemäß dem Verwalteramt Gottes, das mir für euch gegeben worden ist, daß ich das Wort Gottes voll ausrichten soll, nämlich das Geheimnis, das vor den Zeitaltern und Geschlechtern verborgen war, nun aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Völkern sei, nämlich: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Den verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um einen jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen, wofür auch ich arbeite und ringe nach der Wirksamkeit dessen, der in mir wirkt in Kraft.“

5) …wir Christen in Jesus Christus (und dadurch auch im Vater) sind bzw. sein sollen:

1. Joh 5,19-20: „Wir wissen, daß wir aus Gott sind und die ganze Welt im argen liegt; wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns einen Sinn gegeben hat, daß wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“

1. Joh 2,24„Was ihr von Anfang an gehört habt, das bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet auch ihr in dem Sohne und in dem Vater bleiben.“ 

Joh 15,4-5„Bleibet in mir, und ich bleibe in euch! Gleichwie das Rebschoß von sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn es nicht am Weinstock bleibt, also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“

6) …wir Christen im (gemeinsamen) Abendmahl bzw. der Eucharistie die (geistliche) Einheit zu Gott und untereinander pflegen:

Joh 6,53-58: „Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich ißt, um meinetwillen leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; nicht wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit!“

1. Kor 10,16-17: „Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er nicht Gemeinschaft mit dem Blute Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht Gemeinschaft mit dem Leibe Christi?  Denn ein Brot ist es, so sind wir, die vielen, ein Leib; denn wir sind alle des einen Brotes teilhaftig.“

7) …wir Christen Jesu Gebote halten:

1. Joh 3,24: „Und wer seine Gebote hält, der bleibt in Ihm und Er in ihm; und daran erkennen wir, daß Er in uns bleibt: an dem Geiste, den er uns gegeben hat.“

8 ) …wir Christen den Heiligen Geist haben:

1. Joh 4,13: „Daran erkennen wir, daß wir in Ihm bleiben und Er in uns, daß er uns von seinem Geiste gegeben hat.“ 

9) …wir Christen wie Jesus Christus gesinnt sein sollen:

Phil 2,5: „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war,“

Gal 2,20„Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleische lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ 

10) …Jesus Christus sich mit uns selbst identifiziert:

Mt 25,40 (Einheitsübersetzung): „Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
(…)
Mt 25,45 (Einheitsübersetzung): „Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“

Apg 9,4-5: „Und als er zur Erde fiel, hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sagte: Wer bist du, Herr? Der aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel auszuschlagen!“

11) …Streit und Spaltungen innerhalb der christlichen Gemeinschaft Sünde ist:

1. Kor 1,10: „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unsres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle einerlei Rede führet und nicht Spaltungen unter euch sein lasset, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Meinung.“
(…)
1. Kor 1,12-13: „Ich rede aber davon, daß unter euch der eine spricht: Ich halte zu Paulus; der andere: Ich zu Apollos; der dritte: Ich zu Kephas; der vierte: Ich zu Christus!  Ist Christus zerteilt? Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt worden, oder seid ihr auf des Paulus Namen getauft?“

1. Kor 3,3: „denn ihr seid noch fleischlich. Solange nämlich Eifersucht und Zank und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?“

Röm 16,17: „Ich ermahne euch, meine Brüder, auf die Acht zu geben, die im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, Spaltung und Verwirrung verursachen: Haltet euch von ihnen fern!“

12) … die christliche Gemeinschaft ohne Einheit nicht bestehen kann:

Mt 12,25: „Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird veröden, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann bestehen.“

Jetzt könnte ich an dieser Stelle eigentlich aufhören, da alles Wesentliche durch Gottes Wort bereits gesagt wurde, oder?

Aber wenn doch biblisch gesehen alles so klar ist, warum gibt es dann keine Einheit der Christen?

Die Antwort ist einfach: wegen unserer Sünden!

Natürlich ist das ganze Thema sehr komplex. Schließlich muss man ja folgende Dinge unterscheiden:

  • Sünden, die Spaltungen verursacht haben und Sünden, die eine spätere Versöhnung verhindert haben
  • Sünden, die im zwischenmenschlichen Bereich liegen und Sünden, die unterschiedliche Lehrmeinungen betreffen
  • Sünden, die in der Vergangenheit zu Spaltungen geführt haben und Sünden, die wir heute begehen und entweder weitere Spaltungen verursachen bzw. Versöhnung verhindern
  • etc.

Meiner Ansicht nach haben wir uns schon viel zu sehr an die heutige Situation der Christenheit gewöhnt und mehr oder weniger einfach akzeptiert, dass es unzählige verschiedene christliche Kirchen und Konfessionen gibt.

Wir sind zwar nicht für die Sünden unserer Vorväter verantwortlich, die z.B. die Spaltungen der katholischen Kirche in die römisch-katholische, griechisch-orthodoxe, Lutherische, Reformierte Kirche etc. verursacht haben (ganz zu schweigen von sonstigem Gezänke und furchtbarer Verfolgung von anders denkender Christen innerhalb und außerhalb der Kirche). Aber wir sind heute (gemeinsam) für die Sünde verantwortlich, dass wir keine Einheit der Christen mehr herstellen (wie schwierig diese auch sein mag).

Meiner Meinung nach verhindern folgende Punkte maßgeblich eine Rückkehr zur Einheit der Christen:

  1. Die Leugnung vieler Christen, dass wir überhaupt ein Problem haben bzw., dass Spaltung Sünde ist (mangelnde Erkenntnis)
  2. Die Meinung vieler Christen, dass eine einheitliche Lehre überhaupt nicht unbedingt notwendig ist (mangelnde Einsicht)
  3. Die Vorstellung vieler Christen, dass man als Christ nicht kämpfen und keine Opfer bringen müsse (mangelnde Liebe bzw. Liebesfähigkeit)
  4. Die Weigerung vieler Christen, sich grundsätzlich einer kirchlichen Leitung (Lehre/Disziplin)unterstellen zu wollen (mangelnde Demut bzw. Vertrauen in Gott)
  5. Die Berufung vieler Christen auf den Heiligen Geist, der angeblich eine kirchliche Organisation egal welcher Art nicht nur überflüssig mache, sondern das diese geradewegs ein gottgefälliges Christentum verhindere (mangelnder Unterordnungswille)
  6. Die Überbewertung der eigenen Meinung in Bezug auf biblische Wahrheiten und der Kirchengeschichte (mangelnde Belehrbarkeit)
  7. Die oft tief sitzenden und meist unbewussten Ängste gegenüber anderer Christen und christlichen Gemeinschaften bzw. ein mangelnder Mut, diese zu überwinden

Es gibt natürlich noch tausend andere mögliche Gründe. Diese sollen hier erstmal genügen, da sie m.E. ausreichen, um in eine Diskussion über dieses Thema einzusteigen.

Was ist nun die Lösung? Was können wir tun? Können wir überhaupt etwas tun?

Ich persönlich halte eine Einheit der Christen für möglich. Aber nur aus dem einfachen Grund, dass Gott diese Einheit will und FÜR IHN nichts unmöglich ist.

Was können bzw. müssen wir also tun?

A) Persönlicher bzw. innergemeindlicher Bereich:

  • Vertiefung unseres oft viel zu oberflächlichen Glaubens (Stichwörter: bessere Auslegung der Schrift in den Predigten, konsequentere Nachfolge im praktischen Leben; Leben „als Fremdlinge in dieser Welt“)
  • Erkennen, dass wir in einem geistlichen (unsichtbaren) Kampf stehen (der Teufel kämpft mit allen Mitteln gegen die Kirche; unsere Feinde sind nicht Menschen, sondern gefallene Wesen der unsichtbaren Welt!)
  • Bereitschaft zum Eintausch unserer scheinbaren größeren Freiheit in unverbindlichen christlichen Gemeinschaften durch ein Leben in echter Freiheit in Jesus (Stichwörter: tiefgehende christliche Freundschaften, mehr Konsequenz in der Befolgung der Gebote Jesu, Kirchendisziplin)

B) Übergemeindlicher Bereich:

  • Aufbau übergemeindlicher (geistlicher und liebevoller) Freundschaften
  • Bereitschaft, andere zu respektieren und von anderen zu lernen
  • Gemeinsames Gebet für Einheit

C) Lehre (deswegen so wichtig, da unsere Praxis bzw. unser Leben aus ihr folgt)

  • Lernen statt „grundsätzlich die eigene Lehre verteidigen zu müssen“, gemeinsam nach der Wahrheit zu suchen
  • Akzeptieren, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass die ersten Christen inkl. der Kirchenväter weniger von Gott und Seinem Willen verstanden haben könnten als wir heute
  • (Wieder) Einführung der („katholischen“) Glaubensregel, dass diejenige Lehrmeinung grundsätzlich Vorrang haben sollte, die „von Anfang an“ und von der „Mehrheit der Christen“ geglaubt wurde (und natürlich im Einklang mit der Bibel als Glaubensgrundlage stehen muss)
  • Studium der Kirchengeschichte und der Schriften der Kirchenväter zur Pflicht für jeden „Hirten“ und „Lehrer“

Ich bin mir im Klaren, dass damit nicht alles getan ist. Und Vieles von dem, was ich hier (auf die Schnelle) geschrieben habe, bedarf sicherlich früher oder später (wahrscheinlich eher früher), von anderen oder von mir selbst, einer Korrektur oder Ergänzung.

Aber es ist ein Anfang. Und ich bete dafür, dass es dabei nicht bleibt, sondern, dass sich noch viel mehr Christen finden mögen, die ehrlich,  ernsthaft und mit möglichst wenig Vorurteilen, sich gemeinsam auf den Weg zur „Einheit der Christen“ (NICHT „Einheitskirche“) machen werden. Zur Ehre Gottes und zum Zeugnis für die Welt.

Ok, jetzt dürft Ihr mich ins Kreuzfeuer nehmen 🙂

Advertisements

Kommentare»

1. christcarrier - 26. August 2008

Wieso Kreuzfeuer?
Ist voll prima, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, das Thema mal aufzuarbeiten. Als Lektüre sei auch zu empfehlen: Glaubensspaltung ist Gottesverrat von Klaus Berger. Ich würde jetzt auch nicht jeden Pastor zwingen, die Kirchenväter zu lesen. Sonst würde ich fast sagen, wir sollten jetzt mal praktisch damit anfangen bzw. weitermachen. Berührung schaffen, sich gegenseitig einladen, auch gezielt zu Gebetstreffen mit eben auch genau diesem Anliegen. Let´s go!

2. Stef - 26. August 2008

Kreuzfeuer? – Na dann warte mal ab… 🙂

Danke für den Buchtipp. Klingt interessant.

Übrigens will ich nicht die Leute zwingen, die Kirchenväter zu lesen. Ich will sie auch nicht zur Einheit zwingen.
Aber ich bin der Meinung, dass die Lektüre der Kirchenväter sehr hilfreich für die Einheit der Christen wäre.
Und wer keine bessere Idee hat und die Einheit der Christen ernst nimmt, sollte die Kirchenväter lesen. Oder ist das zu viel verlangt?

Paulus war bereit ganz andere Sachen zu machen, um Einheit (zwischen Heiden- und Judenchristen) herzustellen bzw. zu bewahren.
Er ließ sich z.B. nach jüdischen Brauch wegen eines Gelübde die Haare scheren (Apg 18,18), befolgte die Anweisungen der Ältesten und bezahlte (ohne wirkliche Verpflichtung) die Kosten für die Opfer von einigen jüdischen Männer (Apg 21,23-26) und ließ sogar (eigentlich unnötigerweise) seinen Mitarbeiter Timotheus wegen der Juden beschneiden (Apg. 16,3).
Und Timotheus hatte die gleiche Einstellung wie Paulus und ließ, diese schmerzhafte Operation zu!

Wer würde sich denn heute wegen der Einheit der Christen beschneiden lassen? (Dann doch lieber die Kirchenväter lesen, oder? 🙂 )

Nicht, dass ich hier ein Vorbíld wäre und so eine Liebe und Opferbereitschaft wie Paulus hätte. Aber es ist zumindest mein Ziel.

3. Stef - 26. August 2008

Hier übrigens noch eine wichtige Bibelstelle zum Thema „Einheit der Christern/Kirche“, die in meiner Liste wohl noch fehlt:
Eph 4,1-7 (Gute Nachricht Bibel): „Nun bitte ich euch als einer, der für den Herrn im Gefängnis ist: Lebt so, wie es sich für Menschen gehört, die Gott in seine Gemeinde berufen hat. Erhebt euch nicht über andere, sondern seid immer freundlich. Habt Geduld und sucht in Liebe miteinander auszukommen. Bemüht euch darum, die Einheit zu bewahren, die der Geist Gottes euch geschenkt hat. Der Frieden, der von Gott kommt, soll euch alle miteinander verbinden! Ihr alle seid ja ein [„1“] Leib , in euch allen lebt ein [„1“] Geist, ihr alle habt die eine [„1“] Hoffnung, die Gott euch gegeben hat, als er euch in seine Gemeinde berief. Es gibt für euch nur einen [„1“] Herrn , nur einen [„1“] Glauben und nur eine [„1“] Taufe. Und ihr kennt nur den einen [„1″] Gott, den Vater von allem, was lebt. Er steht über allen. Er wirkt durch alle und in allen. Jeder und jede von uns hat einen eigenen Anteil an den Gaben erhalten, die Christus in seiner Gnade ausgeteilt hat.“

4. Philip - 27. August 2008

Also ich denke, dass es hauptsächlich an der Umsetzung mangelt, wie du das ja mit dem Sündenproblem schon angeschnitten hast.

Lehre wird meiner Meinung nach überbewertet und gerade deshalb enstehen die meisten Spaltungen. Damit meine ich diesen ganzen dogmatischen Firlefanz, der für die Erlösung komplett irrelevant ist. Für mich ist es ok, wenn jemand Monophysit ist, oder die Trinität nicht akzeptiert. Solange er den seligmachenden Glaube an Jesus, den Sohn und Christus Gottes hat, ist es mein Bruder bzw. meine Schwester in Christus.

Man muss nicht bis ins letzte theologische Detail die gleiche Meinung haben, sondern man muss verschiedene Ansichten aushalten können, ohne in Streitereien zu verfallen.
Man muss sich selbst Grenzen setzen, wo man seinen persönlichen Glauben zurück stellt und unsere Verschiedenheit einfach erduldet. Sonst werden wir die Einheit nie zustande bekommen.

Damit gehöre ich in deiner Einteilung wahrscheinlich zu den Leuten mit „mangelnder Einsicht“ (Nr. 2). Eine einheitlichere Lehre wäre zwar schön, aber der erste Schritt wäre wohl wirklich der, dass man sich trotz unterschiedlicher Ansichten anfreundet.

5. Stef - 27. August 2008

Lieber Philip,
ich habe früher ziemlich ähnlich wie Du gedacht (bzgl. dem „dogmatischen Firlefanz). Mittlerweile habe ich jedoch feststellen müssen, dass gerade viele der sog. Lieblosigkeiten bzw. sogar geistlicher Missbrauch oft aufgrund falscher Lehren entstehen.

Ich habe übrigens bis vor einigen Wochen bzw. Monaten auch nicht nachvollziehen könne, warum der Glaube an die sog. Trinität überhaupt wichtig sei.
Ironischerweise kloppen sich gerade diejenigen Christen oft um dieses Thema, die nur unzureichende Ahnung darüber haben. Ich kenne übrigens sowieso kaum Christen, die eine einigermaßen „korrekten“ (d.h. biblische) Vorstellung der Dreieinigkeit haben. Erst die Kirchenväter haben mir da die Augen geöffnet.
Wenn Du die Dreieinigkeit nicht ansatzweise „richtig“ verstehst (voll erfassen kann man das als Mensch natürlich nicht), dann hast Du i.d.R. auch ein ziemlich falsches Bild von Jesus Christus und Seiner Beziehung zu Seinem Vater. Aber das nur so nebenbei.

Grundsätzlich gebe ich Dir Recht, dass es erstmal wichtiger ist freundschaftliche Beziehungen zu andersdenkenden Christen zu pflegen. Das ist der Anfang. Wenn das gegenseitige Vertrauen dann da ist, kann man ja mal versuchen tiefer zu gehen.

Theologie ist für mich mittlerweile nichts Theoretisches mehr, sondern hat was mit (persönlicher) Gotteserkenntnis zu tun.
Leider verwechseln das die meisten Christen und Theologen heute, da sie die Kirchenväter entweder nicht kennen oder nicht verstehen (wollen). Ohne die Kirchenväter zu lesen (und zu verstehen) kann man m.E. aber auch die Bibel nicht tiefer verstehen. Die haben einen geistlichen Tiefblick, das Du Dir wirklich kaum vorstellen kannst…

6. christcarrier - 27. August 2008

Hi Stefan

Ich muss Philip insoweit erstmal beipflichten, dass es zuallererst nur so geht, dass wir aktiv die Unterschiede erdulden und uns eben Jesus gemeinsam zuwenden. Ich weiss schon, wie schwierig das im Praktischen ist. Mir fällt es z.B. beim Abendmahl sehr schwer. Ich mach halt einfach, was ich für richtig halte. Habe da sozusagen meine eigene christliche Patchworkreligion. Es ist für mich aber unsinnig, nichts mit der Realpräsens Christi im Brot zu tun haben zu wollen. Das macht einfach überhaupt keinen Sinn. Bin allerdings überwiegend in Freikirchen unterwegs und denk mir dann: ich ess den den Leib und denke nicht nur an Jesus, wenn ich irgendein Brot esse. Das ist ein riesen Problem. Dennoch, irgendwie versammeln wir uns alle um Jesus herum und wenn dann Vertrauen da ist, kann man sich viel besser theologisch austauschen. Hast Du übrigens einen Buchtip bezüglich der Kirchenväter, den Du besonders hervorheben würdest?
Gruß, Chris

7. Reformer oder Häretiker? « Stefan Schweizers WebLog - 27. August 2008

[…] Um es noch mal ganz klar zu sagen: jede Spaltung im (wahren) Leib Christi ist eine ernsthafte Sünde, die zum Verlust der eigenen Rettung führen kann und ggf. wird (siehe auch meinen Blog-Artikel „Einheit der Christen”)! […]

8. Stef - 27. August 2008

@Philip:
Übrigens haben wir bzgl. der Einheit des Glaubens keine andere Wahl: entweder Gott gehorsam sein und darum kämpfen oder in Sünde verharren und das Problem haben, sich gegenüber Gott dafür am Jüngsten Tag rechtfertigen müssen (keine gute Alternative!)

@Chris:
Momentan lese ich das Büchlein „Seele der Welt“ (Taizé, Herder Verlag). Das war ein Tipp von einer Schwester in Christus (auf die ich übrigens sehr „stolz“ bin, da sie trotz erlebten geistlichen Missbrauchs, starken Depressionen und beinahe Selbstmord dennoch fest an Gott gehangen hat und ihr es jetzt wieder gut geht).

Das Buch ist m.E. eine sehr schön aufgemachte, leichte Einführung in die Kirchenväter. Es besteht außer sehr kurzen Kommentaren hauptsächlich aus modernen deutschen Übersetzungen einer recht guten Auswahl von kurzen Texten der Kirchenväter (inkl. frühchristlicher Apologeten und anderer Schriften aus der Zeit zwischen ca. 100-700n.Chr. und Karte zur Zeit des römischen Reiches). Das Ganze sind schlappe 150 Seiten im Taschenbuchformat. Man wird also erstmal nicht überfordert.
Damit sollte man m.E. mal einsteigen, um sich von der „Vertrauenswürdigkeit“ und „Geistlichkeit“ der Kirchenväter überzeugen zu können und sich in sie „hineindenken zu lernen“.

9. Einheitsgedanken « dikosss - 28. August 2008

[…] der hier sogleich ein paar links mehr empfiehlt. Und jetzt, noch aktueller, über Stefan, der sich hier wirklich sehr ausführlich Gedanken gemacht […]

10. Bee - 28. August 2008

Hi there!
Ich denke, dass Theologie wirklich unterbewertet wird. Daher fand ich Fr. Leos kleine Ansprache auf der Celebration so passend, der Theologie, die Wort Gottes gegen Soziologie, das Wort der Gesellschaft gestellt hat. Link here: http://www.vimeo.com/1280751
Was ökumenische Praxis angeht, habe ich so meine Zweifel. Die Tischgemeinschaft zum Beispiel, wird es solange nicht geben, wie die Realpräsens nicht geglaubt wird. In diesem, wie in so vielen Fällen geht es schlicht um Wahrheit. Wenn das eine wahr ist, kann das Gegenteil davon nicht auch wahr sein. Stefan, Du hast recht, wenn Du die Kirchenväter da als Quelle heranziehst, aber grade die Freikirchen tun immer so als wären das einzel Meinungen. Autoritäten, egal wie nah sie (zeitlich und gedanklich)an Jesus dran waren, werden einfach, mit Berufung auf Luthers Sola, nicht anerkannt.

11. Bee - 29. August 2008
12. Bee - 30. August 2008

Und… noch nen Buch Quellen geistlichen Lebens
Band 1: Die Zeit der Väter…

13. Stef - 30. August 2008

Hi Bee,
danke für Tipps.
Habe Ersteres bereits gekauft. Letzteres ist bestellt.

14. Bee - 31. August 2008

Zur Zeit erlebe ich merkwürdige „Dialoganstrengungen“ rund um den Globus. Neben der Aufregung über die in vielen Unis der Staaten beliebt gewordenen Blasphemery-Challenge, Myres Blog bzw. Youtube-Vids und der Alfred Hrdlicka Ausstellung im Wiener Dommuseum, springen jetzt in Deutschland viele orthodox-katholische Blogger mit etwas Verspätung aus dem Hemd. Bittlingers Lied bzw. gesungene Kirchenkritik scheint das auszuspechen, was viele evangelische Christen an der Kirche stört. Hier der Link http://de.youtube.com/watch?v=qTpwh4hCGZk Als die ev. Bischöfing Käßmann zum Weltjugendtag in Köln sich über den Ablass für die Pilger dort aufregte, dachte ich noch, naja, is halt evangelisch, woher soll die Ahnung über Ablässe haben, für die ist das ja eh, wie Beichte, ein abstrakter Begriff aus der Mottenkiste der Kirchengeschichte. Was mich an dem Lied so verstöhrt ist, dass der Mann Beauftragter der ev. Kirche in Hessen für Ökumene ist. Und das nicht erst seit gestern. Wenn in dem fast vierzigjährigem Dialog zwischen Landeskirchen und Katholiken so grundsätzliche Lehren (Was ist Kirche? Wie wird Sexualität und Partnerschaft gesehen? Gott und die Heiden..Warum Mission?) dem Gegenüber nicht verständlich gemacht werden konnten, wie sieht es da erst bei in den Reihen der Freikirchlern aus? Für die muss sich doch alles, was aus Rom kommt anhören wie klingonisch. Es wird immer von guter Nachbarschaft und guter Zusammenarbeit in der Praxis gesprochen, die ich jedoch nie wirklich erlebt habe.Daher meine Frage, wie sieht vorallem die katholische Praxis für Leute außerhalb aus? Wie werden die Tradition die Tag und Leben in der Kirche Struktur geben wi z.B. das Stundenbuch, die Festtage, Sakramente und die fast unvermeitlichen Heiligenbildchen als Reminder in Büchern und Geldbörsen gesehen?

15. Stef - 2. September 2008

Also, die Faith Database ist zur Recherche bzgl. frühchristlicher Literatur und Kirchengeschichte recht praktisch (zumindest SEHR umfassend; ca. 1,6 GB an Programm, Texten und Bildern).
Interessant ist zudem, dass man die Lehren der (römisch-)katholischen nachlesen kann mit Referenzen zu Bibelstellen und frühchristlichen Schriften (Letzteres leider nicht überall angegeben). Manche Dogmen stehen da m.E. aber dennoch auf ziemlich wackeligen Beinen…(sorry, Bee 🙂 )

Das Buch „Quellen geistlichen Lebens, Band 1: Die Zeit der Väter“ kam heute an und scheint auf den ersten Blick auch sehr gut zu sein. Vor allem das Konzept bzw. die Motivation, die (lt. Vorwort) hinter dem Buch steckt gefällt mir (z.B., dass es ein fataler Fehler der Aufklärung war, die Tradition bzw. Überlieferung unserer Väter vollkommen zu ignorieren und bei quasi Null neu anfangen zu wollen. Selbstständiges, kritisches Denken ist gut, aber man sollte die „Tradition“ erst einmal kennenlernen). Ganz in meinem Sinne!

Die Übersetzungen der frühchristlichen Schriften (inkl. Apostolische Väter, Kirchenväter, selbst nicht allg. anerkannte „Kirchenväter“ wie Pelagius) ist modern und gut zu lesen.
Das Buch wird vorauss. einer meiner Empfehlungen für den Einstieg in die Patristik/frühchristliche Literatur. Also ein MUSS für jeden Christen, der geistlich tiefer schürfen will und die Einheit der Christen ernsthaft am Herzen hat 🙂

Danke Dir nochmals, Bee, für den Hinweis!

16. Bee - 2. September 2008

Di nulla!
Ich denke, die Intention des Buch spiegelt auch wieder, was im Moment bei vielen jungen Christen passiert, nämlich die fröhliche Wiederentdeckung der Tradition. Nachdem lange alles was zu volkstümlich oder zu traditionell rüberkam, verdächtig war, findet man plötzlich die Freude an dem alten Kram. Das hat was von Kindern, die auf dem Speicher die eingemotteten Sachen ihrer Großeltern finden.

17. Stef - 3. September 2008

Ich sehe das noch nüchterner: ich will einfach wissen was Christentum genau ist (Lehre) und wie man es leben soll (Praxis). Die heuten Theologen und Pastoren sind sich nur in wenigen Punkten einig und verstehen oft grundlegendste Dinge nicht (bei aller Liebe und Eifer, die sie sonst haben mögen).
Ich brauche Wahrheit und Vorbilder. Und die habe ich in den frühen Christen gefunden.
Ich habe genug eigene Fehler gemacht und bei anderen gesehen, dass ich kein großes Interesse habe unnötige weitere folgen zu lassen.
Der tiefe Glaube und das Vorbild der Glaubensväter demütigen und beschämen mich. Wenn ich mich versuche an ihnen zu messen (geschweige denn an Jesus Christus), müsste ich eigentlich sagen, dass ich überhaupt kein Christ bin!
Nur gut, dass Gott gnädig und geduldig ist, sonst könnte ich einpacken…

18. Bee - 3. September 2008

Gibt ja nicht nur Vorbilder unter den Vätern. Ich denke, man kann auch Leuten, die nicht so perfekt sind und zeitlich nicht ganz so weit weg sind ganz gut zuhören.Einige Bücher, die mich ziemlich bewegt haben waren z. B. Priestblock 25487: A Memoir of Dachau, Du hast mich heimgesucht bei Nacht / Abschiedsbriefe und Aufzeichnungen des Widerstandes 1933 – 1945 und Swimming With Scapulars.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: