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Wie mich die Netzbetreiber zum Wahnsinn trieben… 2. September 2008

Posted by Stef in Allgemein, Technik.
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Eigentlich war ich bislang mit meinem Anbieter für Internet und Telefonie immer sehr zufrieden. Vom Preis-/Leistungsverhältnis und auch vom Service.

Dann beging ich einen schwerwiegenden Fehler. Ich wollte wechseln…

Nachdem Ende 2007 die Preise für DSL runter und die Geschwindigkeit hoch ging, noch dazu von der Konkurrenz eine praktische Box angeboten wurde, mit der ich meinen Verhau von ISDN-Adapter, DSL-Splitter, DSL-Router und Telefonanlage komplett ersetzen konnte, beantragte ich eine (Rufnummern-) Portierung von Arcor zu O2.

Zunächst lief noch alles wie am Schnürchen. Durch den Portierungsauftrag wurde mein Vertrag bei Arcor fristgerecht zum Ende 2007 gekündigt.

Dann fing es an.

Da halb Deutschland offensichtlich ihren Anbieter zum Jahreswechsel wechseln wollte, kam die Telekom mit der Umschaltung nicht nach. Na gut, ich hatte ja (noch) Zeit. Die Wochen verstrichen und im Januar 2008 immer noch kein Umschalttermin. Auch nicht im Februar. März war auch nix und ich bezahlte bei Arcor weiterhin meinen alten – im Vergleich zum Markt – überhöhten Tarif.

Mittlerweile hatte mir Arcor eine Kündigungsbestätigung mit Termin 30.12.2008 statt 30.12.2007 zugesandt. Das beunruhigte mich erstmal, weil dies erstens falsch war und ich zudem natürlich nicht 1 Jahr auf die Umschaltung warten wollte. Nach einem Schreiben an Arcor stellte sich das als Irrtum seitens Arcor heraus, wofür man sich bei mir entschuldigte (weiterhin aber den falschen Termin in der Kundendatenbank stehen lies und auch nach nach zig Hinweisen nicht änderte).

Dann endlich wurde die Umschaltung für April 2008 angekündigt. Die Telekom kam, wollte aber nur DSL umschalten. Ein Auftrag auch zur Umschaltung des Telefonanschlusses lag ihr nicht vor. Gut, dann habe ich erstmal der Umschaltung von DSL widersprochen, da ich sonst doppelt gezahlt hätte: DSL+Telefonie bei O2 plus ISDN-Telefonie bei Arcor. Nicht sehr lukrativ.

Leider fiel ich damit offensichtlich aus dem „Normalprozess“ bei O2 heraus. O2 verstand über Wochen und Monate hinweg nicht, dass die Umschaltung von DSL und Telefonie von Arcor zu O2 technisch (und damit auch vertraglich) nicht geklappt hat. Das hatte noch schwerwiegende Folgen…

Arcor machte mir unterdessen ein interessantes Alternativangebot. Also habe ich den Portierungsauftrag bei O2 storniert und wollte bei Arcor bleiben. Das war mein nächster Fehler.

An dieser Stelle muss ich die Beschreibung meines „Leidensweges“ mit O2 und Arcor etwas abkürzen. Das Problem war, dass O2 zunächst nicht verstand oder verstehen wollte, dass ich nie O2-DSL erhalten hatte, so dass es mich Wochen gekostet hat mit zig E-Mails und Telefonaten, um von O2 eine korrekte Stornierungsbestätigung meines Auftrags zu erhalten. „Kulanter weise“ stimmten Sie zunächst einer „vorzeitigen Kündigung“ meines (nicht existierenden) „DSL-Vertrags“ zu. Natürlich wollten Sie aber mir diesen einen Monat in Rechnung stellen. Nach einigen Wochen hatten sie aber ein Einsehen und sandten mir korrekterweise eine Stornierungsbestätigung meines Auftrags zu.

Leider bestätigte O2 die Stornierung der Portierung nur mir und nicht auch Arcor. Und Arcor konnte oder wollte den Portierungsvorgang nicht abbrechen, ohne dieses Schreiben. Somit blieb ich bei Arcor bzgl. Tarifänderung etc. gesperrt.

O2 weigerte sich nun, Arcor die Stornierungsbestätigung direkt an Arcor zu schicken. Für sie war der Fall erledigt. Keiner der beiden Netzbetreiber konnte bzw. wollte mir übrigens die rechtliche Grundlage ihrer Weigerung, die Sache in Ordnung zu bringen schriftlich mitteilen.

So war ich erstmal weiterhin bei Arcor und konnte zwar telefonieren und ins Internet, aber keinerlei Vertragsänderungen mehr durchführen, da Arcor weiterhin formal auf die bislang noch nicht durchgeführte (da stornierte) Portierung wartete. Zwischendurch versprach mir zwar die telefonische Arcor-Kundenbetreuung, dass mittlerweile alles geregelt wäre bzw. werden würde, auf Anfrage per E-Mail wurde dem aber regelmäßig widersprochen. Klar, man wollte wohl, dass ich öfters mal die „kostengünstige“ Arcor-Hotline (49Ct pro Minute selbst für Arcor-Kunden) in Anspruch nehme.

Den letzten Tipp von Arcor fand ich dann fast schon amüsant: ich solle doch bei O2 mit der Regulierungsbehörde drohen, um O2 dazu zu bewegen, endlich den Portierungsauftrag bei Arcor (offiziell) zu stornieren (obwohl Arcor bereits seit Wochen und Monaten eine Kopie meiner Stornierungsbestätigung von O2 vorlag; die war aber blöderweise an mich und nicht an Arcor gerichtet).

Schließlich ging aber meine „Zermürbungstaktik“ gegenüber Arcor auf (ich schrieb weiterhin ca. 2-3 E-Mails pro Woche an Arcor und führte mind. 1 Telefonat mit der Kundenbetreuung) : kurz vor meinem Urlaub im August „entließ“ mich Arcor wieder in einen „normalen“ Status: normaler Arcor-Kunde mit der Möglichkeit des Wechsels zu einem günstigeren, marktüblichen Tarif.

Ich konnte mich dann aber mittlerweile doch nicht mehr dazu durchringen, mich weitere 2 Jahre an Arcor zu binden…

Deshalb stellte ich einen Portierungsauftrag bei meinem Kabelnetzanbieter. Die schickten uns auch gleich eine nette „Strandmuschel“ als Willkommensgeschenk zu. Leider aber auch eine Rechnung direkt nach meinem Urlaub über die Grundgebühr für den ersten Monat. Und das obwohl die Portierung erst zum 30.12.2008 stattfinden soll und ich noch gar nicht über Kabel surfe oder telefoniere…

Na, dann mal Prost!

Hier noch mein abschließender Tipp: Falls du mal prüfen möchtest wie gut du in Geduld und Sanftmut bist, dann probiere doch mal einen Wechsel deines Netzanbieters aus!

Ich muss leider gestehen, ich habe auf weite Strecke in diesen (christlichen) Tugenden versagt… 😦

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Kommentare»

1. Wie mich die Netzbetreiber zum Wahnsinn trieben… » DSL Flatrate Vergleichen - 2. September 2008

[…] Weiter: Zum ganzen Artikel […]

2. Stef - 4. September 2008

Und so ging die Geschichte weiter:
Ich habe bei meinem zukünftigen DSL+Internet-Provider Kabel-Medien-Service München per Fax Einspruch gegen die Rechnung eingelegt.
Heute morgen habe ich mal sicherheitshalber telefonisch beim Kundenservice nachgefragt. Nach lediglich ca. 30sec in der Warteschlange erreichte ich eine kompetente und freundliche Mitarbeiterin. Der Vorgang wurde bereits bearbeitet und der Irrtum korrigiert. Der Rechnungsbetrag soll mir in den nächsten Tagen gutgeschrieben werden.
Das Telefonat war für mich kostenlos (normales Ortsgespräch kostet bei meiner Flatrate nix) und das Problem innerhalb kurzer Zeit behoben.
Na also. Es geht auch anders!
Weitere Vorteile übrigens beim Kabel-Medien-Service München: DSL-/Telefonflatrate ist nochmals günstiger als bei ARCOR und statt einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten habe ich zukünftig eine monatliche(!) Kündigungsmöglichkeit bei DSL bzw. Telefon und eine Mindestvertragslaufzeit von nur 3 Monaten(!) bei DSL (bei Telefon 1 Monat).
Das nenne ich fair!

3. Stef - 5. September 2008

Heute habe ich das Schreiben von meinem Kabel-Provider erhalten, in dem sie sich nochmals für den Irrtum entschuldigten.
Und dann war der Brief sogar per Hand unterschrieben! 🙂
Bei Arcor steht bei den Kundendienst-Schreiben (natürlich nur per E-Mail) noch nicht einmal ein Name drauf! 😦


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