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Einigkeit im Geiste 3. September 2008

Posted by Stef in Christentum, Einheit, Liebe.
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Ich lese zur Zeit durch den Epheserbrief mit Hilfe des Kommentars von Johannes Chrysostomus zum Epheserbrief.

Folgende Bibelstelle mit einem Ausschnitt aus dem genannten Kommentar hat mich dabei besonders bewegt:

So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld.

Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: „ein“ Leib und „ein“ Geist, wie ihr auch berufen seid zu „einer“ Hoffnung eurer Berufung; „ein“ Herr, „ein“ Glaube, „eine“ Taufe; „ein“ Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.

(Eph 4,1-6 / Luther)

Kommentarauszug von Johannes Chrysostomus dazu:

Was ist Einigkeit des Geistes? Gleichwie im Körper der Geist es ist, der alles zusammenhält und die verschiedenen Glieder zur Einheit macht, so auch hier. Denn der Geist wurde ja deshalb verliehen, damit er die durch Verschiedenheit des Geschlechtes und des [individuellen] Charakters Getrennten einige.

Alt und jung, arm und reich, Knabe und Jüngling, Mann und Weib, kurz, jede lebende Seele wird hier zur Einheit, und zwar in höherem Grade, als wenn sie ein Leib wären. Denn die geistige Zusammengehörigkeit ist weit größer, die geistige Vereinigung weit inniger als die leibliche. Die geistige Verbindung ist um so viel vollständiger, weil die Seele ihrem Wesen nach einfach und unteilbar ist.

– Und wie wird diese Einigkeit bewahrt? „Durch das Band des Friedens.“ Bei Feindschaft und Zwietracht kann sie unmöglich bestehen. „Denn solange Hader und Eifersucht und Zwietracht unter euch herrschen“, sagt der Apostel, „seid ihr da nicht fleischlich gesinnt und wandelt nach Menschenart?“ (1 Kor 3,3).

Wie nämlich das Feuer, wenn es trockenes Holz findet, alles in eine Glut verwandelt, wenn aber nasses, nichts ausrichtet noch sich damit verbindet, so auch hier. Nichts Kaltes kann diese Verbindung eingehen, um so mehr alles Warme. Daher also stammt auch die Wärme der Liebe. – Durch das Band des Friedens will er uns alle verbinden. Gleichwie du nämlich, meint er, wenn du dich mit einem anderen verbinden willst, dies auf keine andere Weise vermagst, außer indem du auch jenen mit dir verbindest – für den Fall wenigstens, daß du das Band zu verdoppeln wünschest, muß auch jener mit dir verbunden werden – so sollen wir auch hier nach der Forderung des Apostels miteinander verbunden sein; nicht schlechthin Frieden halten, noch auch schlechthin lieben, sondern alle ein Herz sein und eine Seele. –

Schön ist dieses Band. Mit diesem Bande wollen wir uns nicht bloß untereinander, sondern auch mit Gott verbinden! Dieses Band drückt nicht, schmerzt nicht die dadurch gebundenen Hände, sondern läßt sie frei und gestattet ihnen den weitesten Spielraum, ja erzeugt größere Freudigkeit, als wo es gelöst wird. Der Starke, an den Schwachen gebunden, unterstützt jenen und läßt ihn nicht zugrunde gehen; und ist er mit dem Fahrlässigen verbunden, so weckt er ihn nachdrücklicher auf. „Denn ein Bruder“, sagt die Schrift, „der von dem andern unterstützt wird, gleicht einer festen Stadt“ (Spr 18,19).

Dieses Band vermag weder weite Entfernung noch Himmel noch Erde noch Tod noch sonst etwas zu schwächen; es ist fester und stärker als alles. Aus einer Seele entsprungen, kann es viele zumal umschlingen. Höre nämlich, was Paulus spricht: „Ihr nehmt keinen engen Raum in uns ein, aber in eurem Herzen ist es enge. Werdet auch ihr weit!“ (2. Kor 6,12 f.).

Wodurch wird nun dieses Band geschädigt? Durch Geldliebe, Herrschgier, Ruhmsucht und dergleichen; diese lockern und zerreißen es. Wie wird nun das Zerreißen verhindert? Wenn all jene Fehler aus dem Wege geräumt werden und nichts von dem, was die Liebe zerstört, belästigt. Höre nämlich, was Christus sagt: „Wenn die Ungerechtigkeit überhandnimmt, wird die Liebe der meisten erkalten“ ( Mt 24,12). Nichts läuft der Liebe so sehr zuwider als die Sünde, und zwar nicht bloß der Liebe zu Gott, sondern auch der zum Nächsten.

Ich glaube, dass man nicht mehr viel sagen muss, oder?

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Kommentare»

1. rotegraefin - 4. September 2008

Oh wie schön. Ein junger Mann liest Joh. Chrysostomus.
Oh ich finde da sollte man eine ganze Menge zu sagen.
Denn weißt Du wer Chrysostomos war und in welcher Zeit er dies geschrieben hat?
Du hast Philip eine so schöne Anerkennung geschrieben. Ich lade Dich ein, in meinem Blog nach zu lesen, wie verständnisvoll er mit mir umgegangen ist.
Ich warte immer noch auf ein Wunder, dass Männer lernen die Kirche im Dorf zu lassen.

2. Stef - 4. September 2008

Herzlich willkommen, rotegraefin!
So jung bin ich denn aber auch nicht mehr (ok, ich sehe jünger aus) 🙂
Wie kommt man denn auf Deinen Blog?
Du hast ja leider keinen Link angegeben.
Liebe Grüße,
Stefan


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