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Warum Kirchengeschichte für uns wichtig ist… 13. September 2008

Posted by Stef in Christentum, Kirchengeschichte.
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Gerade im evangelikalen Christentum (aber nicht nur da) kann man öfters den Eindruck gewinnen, dass die Kirchengeschichte lediglich als abschreckendes Beispiel dienen kann. Das stimmt sicherlich, wenn man sich die Grausamkeiten, die im Namen der Kirche verübt wurden (wie z.B. die Verfolgung und Folterung von Andersgläubigen) vor Augen hält.

Dennoch dürfen wir m.E. nicht den Fehler machen, diese Geschichte einfach (nur) der katholischen Kirche anzulasten, sondern sie auch als Geschichte ALLER Christen anzunehmen.

Es ist zwar im ersten Moment einfacher zu sagen, dass man mit der Kirchengeschichte nichts zu tun habe (und haben will) und man seinen Glauben sowieso nur auf die Bibel und keinen (kirchlichen) Traditionen stütze, jedoch kann eine solchen Einstellung unter Umständen mehr schaden als nützen.

Aus folgenden Gründen:

  1. Der christliche Glaube wurde von (gläubigen) Menschen mündlich und schriftlich überliefert. Damit hat das Christentum JEDER Konfession oder Freikirche eine (gemeinsame) Geschichte (wenn auch nicht in allen Teilen). Auch die Bibel „fiel nicht vom Himmel“, sondern wurde von „unseren Vätern“ an uns weitergegeben.
  2. Wir hängen – ob wir wollen oder nicht – vom Glauben unserer Vorfahren ab. Der Kanon (Umfang der anerkannten Schriften) des Neuen Testaments ist z.B. nicht von einem Engel Gottes oder so, sondern von den Kirchenvätern festgelegt worden (ca. 4Jh. n.Chr.). So lebten die Christen der ersten Jahrhunderte ohne einheitliches Neues Testament!
  3. Die Kirchengeschichte enthält nicht nur negative Beispiele, sondern auch positive. Zudem kann sie uns eine Menge über unseren Glauben lehren und wie man die gleichen Fehler nicht ständig wiederholt.
  4. Ohne die Kirchengeschichte einigermaßen zu kennen, wird uns Vieles in unserem Glauben (und dem anderer christlicher Glaubensgemeinschaften) unverständlich bleiben. Letztendlich kann dies die Einheit der Christen unnötig verhindern bzw. erschweren.
  5. Der Schatz an geistlichen Erkenntnissen der Kirche (ja den gibt’s!) geht uns verloren, wenn wir die Schriften unserer Glaubensväter ablehnen bzw. nicht lesen. Es ist m.E. eine ziemliche Arroganz (der ich leider aus Unkenntnis auch verfallen war) behaupten zu wollen, dass wir heute alles besser wüssten als unsere Glaubensväter (auch wenn diese natürlich nicht unfehlbar waren).

Um zu studieren, ob und wann ggf. welche christliche Lehre im Laufe der Zeit wie verfälscht wurde, habe ich mich in den letzten Monaten und Jahren recht intensiv mit der Kirchengeschichte auseinandergesetzt. Leider musste ich hierbei feststellen, dass es gar nicht so einfach war, gute (d.h. um Objektivität und Sachlichkeit bemühte) Bücher zu finden, die eine gute Auswahl der Themen bieten und zudem leicht verständlich und interessant geschrieben sind.

Vor kurzem bin ich jedoch auf ein kleines Büchlein gestoßen, dass m.E. einen hervorragenden Überblick über die Kirchengeschichte bzw. über die wichtigsten Auseinandersetzungen bzgl. des christlichen Glaubens der letzten 2000 Jahre gibt: „Zankäpfel der Kirche – 99 Streitigkeiten der Kirchengeschichte“ von Arndt Schnepper.

Arndt Schnepper ist es gelungen, auf jeweils einer Doppelseite die wichtigsten Ereignisse bzw. Streitpunkte in der Kirchengeschichte kurz, prägnant und spannend zu lesen darzustellen. Dabei bemüht sich der Autor m.E. in vorbildlicher Weise, Voreingenommenheiten und subjektive Interpretationen weitgehend auszulassen.

Ich möchte hier kurz einen Abschnitt aus der Einleitung zitieren, in dem Arndt Schnepper die vielen Streitigkeiten der Kirche in positiver Weise als ein ernsthafte Suche nach der Wahrheit darstellt (S.9):

Sicher, es gibt auch Zankäpfel, die auf dem Misthaufen der menschlichen Missgunst und Boshaftigkeit erwachsen. Auch die größten christlichen Geister bleiben davor nicht verschont. Doch als Regel kann das nicht gelten. Im Gegenteil: In ebenso vielen Fällen steht hinter den kirchlichen Streitigkeiten das ernste Ringen um die Wahrheit. Deshalb: Wer heute meint, nur müde über die vergangenen Jahrhunderte und ihre Auseinandersetzungen gähnen zu müssen, wird der Wahrheit einfach nicht gerecht. Ja, es scheint, dass es ohne Streit auch keinen Fortschritt geben kann. Problematisch ist nicht der Streit an sich, sondern die Art und Weise, wie man ihn austrägt.

Wer sich für eine kurzgefasste Darstellung der GESAMTEN (abendländischen) Kirchengeschichte interessiert, dem sei das hervorragende Buch „Abendländische Kirchengeschichte“ von Martin Schwarz Lausten empfohlen. Es bietet eine sehr gute Auswahl an interessanten Themen der Kirchengeschichte, ist fundiert, leicht verständlich und vor allem um große Objektivität bemüht.

Wer noch tiefer einsteigen will dem kann ich das (leider mittlerweile vergriffene) „Handbuch der Kirchengeschichte“ (Hrsg. Hubert Jedin) empfehlen, das teilweise noch als elektronische Ausgabe für PC+Mac erhältlich ist.

Wer es lieber multimedial mag, der kann sich 2000 Jahre Christentum auch auf (vier) DVDs ansehen. Das geht dann zwar nicht so in die Tiefe, kann aber als Einstieg dennoch lehrreich sein und tieferes Interesse für die Kirchengeschichte wecken.

Meine vollständige persönliche Literaturempfehlungsliste zum Thema Kirchengeschichte ist übrigens auf meiner Website zu finde.

Nachtrag (5.1.2014):
Als bestes Kirchengeschichtsbuch aus gläubiger (katholischer) Sicht kann ich empfehlen (leider nur noch antiquarisch zu erwerben): Geschichte der Kirche Christi dem katholischen Volk erzählt. (Johannes Schuck)

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Kommentare»

1. Gerhard - 14. September 2008

Hallo Herr Schweizer,

ich denke, dass die Probleme und Fehlentwicklungen, die man der Kirche vorwirft, in einem völlig neuen Licht erscheinen, wenn man den Grund der Kirche aus neuer Perspektive betrachtet, von einem Wesen ausgeht, das Papst Benedikt XVI. schöpferisch Vernunft, universelles Wort nennt und m.E. auch in seiem Jesusbuch beschrieb.

Auch das Thema „Einheit“ der Kirche, lässt sich ausgehend von einer universellen kreativen=schöpferischen Vernunft, zu deren wissenschaftlicher Auswertung ich allen Ernstes die pästliche Autorität auffordern will, in völlig neuer Weise nachdenken.

Der Entwurf des Anschreibens ist unter der angegebenen Homepage hinterlegt. Es würde mich interessieren, was ein Theologe zu dieser völlig neuen Sicht der Urkirchengeschichte sagt.

Mit freundlichem Gruß

2. Stef - 15. September 2008

Hallo Gerhard,
vielleicht können Sie Ihre Thesen hier kurz nochmals (möglichst allgemein verständlich) zusammenfassen.

Auf (meinen) ersten Blick scheinen Sie nicht an Jesus als Sohn Gottes zu glauben, sondern gehen von „rationalen Prinzipien“ aus.
Damit würden Sie dem christlichen Glauben (so wie er von den Aposteln bis auf den heutigen Tag mündlich und schriftlich überliefert wurde) grundlegend widersprechen.

Grundsätzlich ist ja auch niemand gezwungen an Jesus als den Sohn Gottes zu glauben. Aber man sollte dann m.E. auch nicht versuchen, eine „neue Religion“ zu begründen durch mehr oder weniger menschliche Spekulationen.

3. Gerhard - 16. September 2008

Gern Herr Schweizer,

es geht mir um den Nachweis, dass eine kreative=schöpferische Vernunft (der natürliche Logos), wie sie heute im naturwissenschaftlichen Weltbild zur Selbstverständlichkeit geworden ist (die wir jedoch aufgrund unserer „Buchstäblichkeit“ im Bibellesen weder sehen wollen, noch dernen Bedeutung nachdenken)

das lebendige Wort,
der echt den einen Schöpfer der Väter offenbarende,
Sinn gebende,
das alte Gesetz erfüllende, erneuernde, verschärfende…
historische Jesus und
hoheitliche Gottessohn ist,
der vor 2000 Jahren in der menschlichen Person Jesus (ist Rolle, Aufgabe) echt messianische Wirkung hatte.

Mir geht es um den Gottessohn, der aufgrund jüdisch-griechischer Bildung (Alexandrien, Philo…) in den Prinzipien des kausalen Kosmos gesehen wurde: den echt lebendigen Jesus, den Auferstandenen (das wiederverstandene Wort), von dem auch heute die Wirkung ausgehen könnte, die zur Zeitenwende der echt neue Bund hatte und die von den Evangelisten in damals allgemeinverständlichen, an alte Vorstellungen anknüpfenden Bildern berichtet wurde.

Mir geht es also nicht um eine neue Religion, sondern den Grund unseres chrisltich-monotheisistichen Glaubens wieder lebendig werden zu lassen.

4. Stef - 17. September 2008

Lieber Gerhard,
um ehrlich zu sein, ich habe es immer noch nicht ganz kapiert, was Sie meinen. Vielleicht fehlt mir da ein bißchen der Intellekt.
Ich hoffe mal, dass Sie da jetzt nicht beleidigt sind.
Von mir aus können wir das aber auch so erstmal stehe lassen. Ggf. kann ja mal Bee darauf antworten, die ist allgemein schlauer als ich… 😉

5. Bee - 18. September 2008

Öh… naja, ich weiß nicht, ob ich Gerhards Punkt erfasst habe. Ich seh den Anknüpfungspunkt an John 1. Jedoch muss ich nachfragen, was mit Rolle gemeint ist. Wenn damit das übernehmen einer Rolle, wie in einem Theaterstück verstanden wird, würde ich dies z.B. zurückweisen. Inkarantion, so wie ich sie verstehe, übersteigt das Einnehmen einer Rolle. Was mich außerdem so ein wenig puzzled, ist, dass Gerhard, auf seiner Seite Texte hat, in denen Jesus Aussagen über sich selber zu Gunsten von Gehrads Ansichten trifft. Was soll ich davon halten? Ist der Grund dafür eine Privatoffenbarung oder soll ich das als rethorische Figur sehen?
Den vorgelegten Hymnus auf die aufgeklärte Vernunft, halte ich für zu überschwänglich. Die menschliche Vernunft ist ein großartiges Geschenk und ermöglicht ohne Zweifel jedem einen Zugang zu Gott zu finden durch die Betrachtung der gesamten Schöpfung, die in ihrer Ordung und Komplexität Hinweis und Ausweis des Schöpfers ist. Wie Teilhard de Chardin kann ich – in gewissen Grenzen- sehen, dass der Schöpfungsprozess in sofern nicht abgeschlossen ist, als dass Alles um uns herum stets einer höheren Organisiertheit zu zustreben scheint und das Endziel dieses Strebens ohne Zweifel Christus ist, der Anfangs- und Endpunkt der Schöpfung ist. Allerdings macht mich das nicht sonderlich euphorisch, da ich davon ausgehe, dass Gott sich nie völlig über den Interlekt ergründen lässt und die Selbstoffenbarung Gottes in Christus eben nicht auf die Vernunft des Menschen zielt, sondern auf sein Innerstes. Dieses Innerste, was wir mit Herz umschreiben, weil es uns selber immer noch ein Mysterium ist, was uns im Grunde wirklich ausmacht und uns selbst so fremd und so abgründig ist, dass es nur durch Gott zu ergründen ist.
Ich kann dem Sapere Aude, Ruf der Aufklärung, einiges abgewinnen, jedoch sehe ich auch den Irrtum. Den Irrtum, der Aufklärungstheologie, wo nur noch geglaubt wurde, was zweifelsfrei belegt werden konnte und die Lehre Christi und der Apostel nur in sofern geglaubt wurde, als dass sie sittlich-moralsich vernünftig ist. Ein Irrtum, der den Protestantismus grade in Deutschland zur Morallehre der Untertanen und Gutmenschen degradierte. Der Irrtum, dass die Vernunft den Menschen aus seinem Elend endgültig Befreien kann. Der Irrtum, dass die so befreiten Individuen sich und ihre Fähigkeiten optimal entfalten würden und im Hier und Jetzt eine ideale Gesellschaft begründen würden. Die aus der Aufklärung erwachsene politischen „Heilswege“ haben bisher nur das Gegenteil von dem bewirkt, was sie versprachen. Insofern sprerre ich mich gegen den Geist der Aufklärung. Für mich bleibt der Kosmos und der Mensch, in der persönlichen wie auch in der geamten Geschichte, stets abhängig von Gnade, der Fürsorge und Vorsehung Gottes bedürftig. Die Mitwirkung des Menschen an seiner Erlösung ist weniger durch vernünftiges und freies Planen und Handeln oder durch die Einsicht in vernünftige Notwendigkeiten, als durch das sich freiwillig anvertrauen des eigenen Seins und bedingungsloses Unterwerfen des Interlekt unter den Willen Gottes. Den besten Weg dahin sehe ich nicht in der wissenschaftlichen Arbeit, so nobel diese auch sein mag, sondern im Gebet und im anbetenem Ausharren vor dem Allerheiligsten.

6. Stef - 18. September 2008

@Bee: Jo, sehe ich auch so. Danke für den Kommentar.

7. Gerhard - 19. September 2008

Der zu erfassende Punkt ist eine schöpferische (göttliche) Vernunft!

Wem ich auf meiner Homepage versucht habe eine Stimme zu geben, ist weder die Vernunft der Aufklärung, noch mein Vernunftdenken oder ein Wesen von Privatoffenbarung, sondern der
ewige, natürlich-schöpferische Logos,
den ich in Auswertung der heutigen Erkenntnisse für den hoheitlich- und historischen Jesus und gleichzeitig auch das „Wort“ des monotheistischen Anfangs halte. Und der heute statt innerer Stimmen und mystischer Scheingebilde bzw. persönlicher Götzenbilder (die nur zu neuer Religiösität persönlichen Wohlfühlens führen, gleichzeitig Aufklärungsatheismus, den selbst die Theologie als reinigendes Fegefeuer nachdenkt) aufgeklärter Glaubensgrund, Vermittlung Gottes, Vergegenwärtigung von Schöpfung, somit Sinngebung sein könnte. (Wenn da nicht die persönlichen oder banalbuchstäbliche Vorstellungen wären, die nur zu leerer Rhetorik führen.)

Es geht mir um eine heute wahrnehmbare natürlich-kreative (schöpferische) Realität, die weder (pantheistisch/monistisch, dogmatisch bzw. nach ID) Gott selbst, noch ein persönliches Gebilde ist, sondern zur Zeitenwende in „kreativ-vernünftiger“ menschlicher Rolle messianische Aufgabe bewirkte und von deren Verstand ich neue messianische Wirkung erwarte.

Wenn ich mich auf persönliche Eingebungen über Johannes 1. beziehen würde, wäre ich nicht hier, wo die Kirchengeschichte Thema ist. Doch allein wenn ich die Theologie der Kirchenväter mit neuen Augen konsequent auswerte, die damaligen Diskussionen um das Wesen Jesus betrachte, kann es nicht um einen vergotteten Guru bzw. einen Gott des persönlichen Herzens, aufgefrischte Gesetze/Buchstaben, sondern um das „Wort“ gegangen sein, dessen Herkunft Johannes kurz beschreibt,
-das im Griechischen Denken eine reale kosmische Größe war, logischer Vernunft-Grund allen Geschehens, (auch wenn später in Stoa selbst vergottet)
-erstmals in der Theologie von Memphis, wo der prophetische Monotheismus entstand, als schöpferisches „Wort“ des unbekannten einen verstanden wurde,
-das Gegenstand der christlichen Offenbarung, des neuen Bundes bzw. des gesamten Evangelium ist.

Doch sowenig wie sich die Evangelisten bzw. antiken Glaubensaufklärer allein auf das Wort der Propheten berufen konnten, reicht es heute sich allein dogmatisch auf eine zur Zeitenwende verstandene „schöpferische Vernunft“ zu berufen und persönliche Christusbilder vor sich her zu tragen.

Theologen sind gefragt,
nicht von gestrigen oder vergeisterten Reden zu schwärmen,
inneren Stimmen, persönlichen Ansichten nachzuhängen…
sndern das Wort der Welt verständlich zu machen.

Auch konkrete Gründe der Geistesgeschichte, geschichtliche oder theologische Argumente, die gegen das sprechen, was ich im aktuellen „Entwurf an Papst Benedikt XVI.“ versuche zum Ausdruck zu bringen und einfordern will, würden mich interessieren. (Danke?!)

In weiterer Gewissheit auf die Auf-verstehung Jesus,
Hoffnung auf den Wieder-Verstand des natürlich-universalen schöpferischen Wortes in menschlicher Person (Aufgabe) mit den „Gottesgaben“ der Aufklärung.

Gerhard

8. Stef - 19. September 2008

Lieber Gerhard,
ui, ich verstehe (fast) nur Bahnhof. Zumindest beim ersten Lesen.
Also, auf diesem (hohen) sprachlichen/gedanklichen Niveau kann ich kaum mithalten und will ich eigentlich auch gar nicht.
Denn mein Anspruch mit diesem Blog ist es, dass die Artikel/Kommentare so allgemeinverständlich sind, dass (fast) JEDER mit diskutieren kann.
Bei Ihren Ausführungen bin ich mir nicht sicher wie viele Leser es überhaupt gibt, die das (sprachlich gesehen) verstehen bzw. (inhaltlich) kommentieren können (außer vielleicht Bee 🙂 ).
Stefan

9. Quincy - 25. Februar 2009

Hallo Stefan,

danke für Deine Buchvorstellungen! Zu Deinem Beitrag: natürlich hast Du recht, wenn Du sagst dass unser Glaube auch aus den Überlieferungen unserer Vorfahren beruht (obwohl Punkt 1 mit der Herkunft der Bibel von vielen Menschen sowieso falsch verstanden und deshalb als Grund aufgeführt wird der Bibel ganz zu misstrauen). Letztlich ist es aber denke ich irrelevant. Du verteidigst die katholische Kirche – habe ich das Gefühl. Durch dich und auch Bee hat die katholische Kirche mittlerweile einen anderen Stellenwert erlangt (dafür danke ich dir). Aber ich denke es ist falsch nur zurückzublicken. Diese ganzen Überlegungen lenken uns nur ab von dem was eigentlich wichtig ist, mit Jesus zu gehen. Vorwärts.

Das ist es was mir der Herr denke ich vermitteln will. Denn seit einigen Diskussionen (auch mit dir und Bee) komme ich geistlich gar nicht mehr weiter, weil ich ständig über Konfessionen und Denominationen nachdenke. Auf meine Fragen und Flehen zu Gott kam IMMER lapidar zurück: Geh einfach!

Ich lese von William Mac Donald „Licht für den Tag“ (Andachtsbuch), welches ich sehr gut finde. Darin habe ich folgendes gefunden (wenn es zu lang wird, lösch es bitte Stefan):

Auf den ersten Blick scheint diese Aussage unserem gestrigen Vers direkt
zu widersprechen, aber dem ist natürlich nicht so. In Matthäus 12,30 (und Lukas 11,23) spricht der Herr zu den Pharisäern, die nicht glauben wollen, und macht ihnen deutlich: »Wenn ihr nicht für mich seid, seid ihr gegen mich.« Aber hier geht es um etwas anderes. Die Jünger hatten gerade
einem Mann gewehrt, der im Namen Jesu Dämonen austrieb. Ihr einziger
Grund war, dass er sich ihnen nicht angeschlossen hatte. In dem Zusammenhang sagt der Herr Jesus: »Wehret nicht; denn wer nicht wider euch ist, ist für euch.«
Wenn es um die Errettung geht, sind diejenigen, die nicht für Christus sind, gegen Ihn. Aber was den Dienst betrifft, sind diejenigen für Ihn, die nicht gegen Ihn sind. Wir sind nicht dazu berufen, andere zu behindern, die dem Herrn dienen. Es ist eine große weite Welt, und sie hat genügend Platz für uns alle, dass wir unsere Arbeit tun können, ohne einander auf die Zehen zu treten. Wir sollten uns die Worte des Herrn zu Herzen nehmen: »Wehret nicht.« Gleichzeitig sollten wir aber beachten, dass der Herr Jesus Johannes und den anderen nicht sagte, dass sie sich jetzt diesem Mann anschließen sollten. Manche verwenden Methoden, die andere nicht akzeptieren können. Manche haben andere Schwerpunkte in ihrer Botschaft, die sie predigen. Manche haben mehr Licht als andere. Und manche haben die Freiheit, Dinge zu tun, die bei anderen ein schlechtes Gewissen hervorrufen. Wir dürfen nicht erwarten, jeden Gläubigen in die gleiche
Form zu pressen, die uns richtig erscheint. Aber wir dürfen uns bei jedem Sieg des Evangeliums mitfreuen, wie es auch Paulus tat. Er sagte: »Etliche zwar predigen Christum auch aus Neid und Streit, etliche aber auch aus gutem Willen. Diese aus Liebe, indem sie wissen, dass ich zur Verantwortung des Evangeliums gesetzt bin; jene aus Streitsucht verkündigen Christum nicht lauter, indem sie meinen Banden Trübsal zu erwecken gedenken. Was denn? Wird doch auf alle Weise, sei es aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich, ja, ich werde mich auch freuen« (Philipper 1,15-18).
Sam Shoemaker (1893-1963, amerikanischer Pastor und Autor) stellte die dringliche Frage: »Wann werden wir endlich lernen, dass wir in dem großen Krieg des Lichts gegen die Finsternis in unserer Zeit die Unterstützung
von Verbündeten brauchen, die nicht immer unserem persönlichen Geschmack entsprechen? Wann werden wir lernen, dass alle Christen zusammen arbeiten und kämpfen müssen, um gegen die Sturmflut des Antichristen angehen zu können?«

Wir Christen kämpfen dauernd gegeneinander anstatt zu gehen und Gottes Werk zu tun. Was richtig und was falsch ist, werden wir in der Ewigkeit erfahren. Sinnlose Diskussionen und seien sie noch so hochtrabend bringen nichts. Wir meinen immer unser eigener Weg sei der Richtige. Wer weiß schon wieviele Wege Gott für uns vorgesehen hat?

Danke Stefan und Bee! Das ist zwar etwas OT gewesen, aber durch Euch (und Wegi, Dikoss, Bento, Curious uvm) habe ich Jesus ein bischen besser verstanden …

10. Quincy - 26. Februar 2009

lol – irgendwie hab ich gar nicht gesehen das dieser Beitrag aus dem Jahr 2008 ist 🙂 – ich sollte meine erkälteten Schädel ins Bettchen bringen 🙂

11. Stef - 15. März 2009

Hi Quincy,
sorry, dass ich Deinen vorletzten Kommentar heute erst freigeschalten habe. Irgendwie hatte ich da keine Info erhalten und erst heute per Zufall entdeckt, dass der noch „hängt“.

Gleich auch noch (etwas verspätet) ein kurzer Kommentar zu Deinen Gedanken:
Ich bin auch für Zusammenarbeit zwischen den christlichen Konfessionen!
Es ist interessanterweise doch aber so, dass gerade die Freikirchen nicht mit der kath. Kirche (und tlw. auch mit der evang. Kirche) zusammenarbeiten wollen, oder etwa nicht?
Man muss sich hier auch mal ehrlich fragen, wer sich denn von wem abgespalten hat.
Ich will hier die kath. Kirche überhaupt nicht in Schutz nehmen. Zu Luthers Zeiten z.B. gab es sicherlich eine Menge zu Recht zu kritisieren.
Was ist aber mit heute?
Welcher Freikirchler versucht heute denn ernsthaft die Katholiken zu verstehen und mit ihnen zusammenzuarbeiten?
Nicht das heute alles einfacher wäre und nichts zu klären gäbe. Aber meine Frage ist Ernst gemeint: Welche Christen heute tun was wirklich für die Einheit der Kirche, für Verständnis und Versöhnung (und zwar nicht oberflächlich, sondern mit Tiefgang)?


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