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Warum wir gute Freunde brauchen… 17. September 2008

Posted by Stef in Christentum, Freundschaften, Neuigkeiten.
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Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Kommentar zu Dirk’s neuestem Artikel „Lakeland, Todd Bentley, Scheidung“ auf seinem Blog hinterlassen. Da das aus technischen Gründen gerade nicht ging (Dirk wird mich doch hoffentlich nicht bei sich gesperrt haben, oder? 😉 ), schreibe ich jetzt hier noch kurz meine Gedanken hierzu auf.

Sicherlich stimmt es, dass „selbst“ wir Christen teilweise am Big-Brother-Syndrom leiden (ich bin leider keine Ausnahme 😦 ). Neugier ist eben (auch) menschlich. Nur sollte Neugier nicht zu einem Voyeurismus ausarten ohne Mitgefühl und ohne dem Wunsch, aus dem Leben von anderen lernen zu wollen (von Schadenfreude ganz zu schweigen).

 

Im Übrigen habe ich ja die Vermutung, dass Dirk (wie ich zumindest) ein wenig vom Blog-Statistik-Fieber erfasst wurde. Denn das Stichwort „Todd Bentley“ bringt i.d.R. die Blog-Leserzahlen (wieder) nach oben, oder? 🙂 

 

Meine eigenen Blog-Besucherzahlen sind übrigens – nachdem ich nichts mehr über „falsche Propheten“ schreibe – signifikant zurückgegangen. Und das mir viel wichtigere (da sehr lehrreiche) Thema „Kirchengeschichte“ hat die Leute dagegen offensichtlich nicht so sehr interessiert… 😦

 

Um übrigens vom Thema „Todd Bentley“ wieder etwas weg zu kommen:

Heute habe ich über die (auch) sehr traurige Geschichte von Michael Guglielmucci erfahren. Das ist ein Pastor aus Australien, der es fertig brachte, seine Gemeinde zwei Jahre lang im Glauben zu lassen, dass er Krebs habe (was nicht stimmte wie er jetzt selbst zugab). Und das Ganze angeblich nur, um seine Pornosucht zu verdecken (obwohl davon offensichtlich auch niemand wusste).

 

Was können wir daraus lernen?

Dass wir alle gute (christliche) Freunde und Ratgeber brauchen, mit denen uns eine tiefe Freundschaften verbindet, damit wir rechtzeitig Hilfe bekommen und nicht so schnell (und lang!) in tiefe Sünde verfallen.

Und dass es nötig ist, dass Christen nicht so leichtgläubig sind, sondern den Dingen auf den Grund gehen, damit sich solche Tragödien in Zukunft nicht mehr wiederholen. Schließlich untergräbt das ja auch die Glaubwürdigkeit des Evangeliums, oder?

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Kommentare»

1. Stef - 17. September 2008

Oder sollte der Titel nicht doch besser bzw. treffender lauten „Warum wir ECHTE Freunde brauchen…“?

2. Stef - 17. September 2008

Hier noch mein Kommentar zur oben angesprochenen Nachrichtenmeldung „Krebserkrankung erfunden: Pastor entpuppt sich als Lügner“ auf idea.de, nachdem ich die dortigen tlw. sehr kontroversen Kommentare gelesen hatte:

„Vorweg: Es ist traurig, dass wir Christen uns immer so zanken müssen, oder? Dieses „Lager-Denken“ bei Christen ist leider sehr weit verbreitet und gefällt sicher Gott überhaupt nicht. Es spielt doch erstmal keine (so große) Rolle, ob sich jemand zu den Charismatikern zählt oder nicht, oder?
Fakt ist hier, dass ein Pastor einer großen Gemeinde es offensichtlich geschafft hat, zwei Jahre lang seine Gemeinde und die Gottesdienstbesucher zu belügen.
Fakt ist, dass dieser Pastor entweder keine guten Freunde hatte, die von seinen Sünden wussten oder dass sie sich nicht trauten, dagegen etwas zu unternehmen. Beides ist schlimm.
So eine Sache könnte tatsächlich in jeder Gemeinde passieren. Nur in charismatischen Gemeinden ist die Bereitschaft an Wunder und Wunderheilungen zu glauben sicherlich höher bzw. spielt eine größere Rolle als in „traditionellen“ Gemeinden.
Damit vermute ich, dass es leichter sein wird, in einer charismatischen Gemeinde solche Lügen aufrechterhalten zu können als in anderen. Das sollte man hierbei vielleicht bedenken.“

3. dikosss - 17. September 2008

Hi!

Irgendwie hatte Dich mein Filter als Spam einsortiert. Muss ich mal überprüfen, woran das liegt…

Auf jeden Fall ist das, was Du beschreibst, letztlich ein starkes Plädoyer dafür, Gemeinde als Lebensgemeinschaft zu begreifen, in der wir das Leben miteinander teilen – eben auch die Tiefen unseres Lebens.
So viel perfekter werden wir dadurch sicher auch nicht, aber meine Hoffnung ist, dass wir ein paar gute Schritte zur Jesus-Gleichheit kommen.

Segen!
Dirk.

4. Stef - 17. September 2008

@Dirk: Gemeinde ist für mich ein Ort, wo man echt sein können muss und auch sein sollte. Ohne Show, ohne Spektakel. Mit all unseren guten wie auch schlechten Seiten. Aber dafür mit viel Liebe, Geduld und Barmherzigkeit.
Aber natürlich hat die christliche Gemeinde auch einen Erziehungsauftrag. Die Kirche gebiert – geistlich gesehen – Kinder Gottes (durch die Taufe) und muss sie dann auch geistlich aufziehen. Das war der Glaube der alten Kirche und sollte es m.E. auch unser heutiger sein.

5. Stef - 18. September 2008

Nachtrag: Der Artikel über die Kirchengeschichte hat jetzt statistisch gesehen (Lesezugriffe) den Artikel über die falschen Propheten überholt. Das freut mich 🙂

6. Bento - 19. September 2008

Hi Stefan,

was hat denn der charismatische Wunder- / Heilungsglaube mit „so einer Sache“ und „Lügen aufrecht erhalten“ zu tun?? Das schnall ich nicht.

Gruß + Segen
Bento

7. Stef - 19. September 2008

Hi Bento,
da hast Du Recht. Das war missverständlich bzw. etwas unlogisch ausgedrückt. Im Nachhinhein konnte ich den Kommentar aber bei idea.de nicht mehr ändern.

Was ich sagen wollte war, dass charismatische Gemeinden (i.d.R.) einen besonderen Fokus auf das Thema Krankheit/(physische) Heilung durch Gott haben. Das ist ein zentrales Thema (so habe ich das zumindest bisher erlebt).

Meine These ist nun, dass es in charismatischen Gemeinden einfacher sein kann, sein „wahres Ich“ (mit all den Ängsten und Nöten) zu „verstecken“, WENN man nur (gläubig) auf eine wundersame Heilung durch Gott hofft. Einfach aus dem Grund, weil dieser Glaube und Hoffnung auf Heilung die Menschen so sehr bewegt (und ggf. vereinnahmt), dass sie vielleicht bzgl. der (physischen) Krankheit gar nicht weiter nachfragen.

Manchmal habe ich übrigens den Eindruck, dass es bei charismatisch orientierten Christen eine Art „Glaubenstest“ gibt (haben ja viele Gemeinde in irgendeiner Form; für andere gibt es z.B. die Tauffrage):
Wenn Du glaubst, dass Gott Krankheit durch Wunder (heute noch) heilt, dann ist bei Dir alles ok.
Wenn Du daran zweifelst, dann hast Du ein GRUNDLEGENDES Problem.

Christliche Leiter werden m.E. ganz allgemein oft zu sehr nach Kriterien ausgewählt, die dem Fokus der Gemeinden entsprechen als denen, die in der Bibel genannt werden. Das gilt wie gesagt für alle Gemeinden, nicht nur für charismatisch orientierte.

Ist eine Gemeinde sehr missionsorientiert, sucht sie sich dynamische und „starke“ Leiter aus (Manager-Typen z.B).
Ist eine Gemeinde charismatisch orientiert, sind es eher die Musiker-Typen mit viel Gefühl und „Charisma“. Das ist menschlich, aber nicht unbedingt von Gott so gewollt.

Ich hoffe, dass ich Dir nicht hiermit weiter auf „den Schlips getreten“ bin und ich mich einigermaßen verständlich machen konnte.

Stefan

8. Bento - 19. September 2008

…warum befürchtest du denn jetzt, dass du mir „weiter“ irgendwohin treten könntest?? 😀
Es sind u.a. soche Aussagen, die einen sachlichen Austausch mit dir so schwierig machen.

Zu deinen Ausführungen nur soviel:
ich möchte dir nix unterstellen sondern frage dich ehrlich, ob du eigentl. auf eigene Erfahrungen bzgl. der „Charismatiker“ zurückgreifen kannst, oder worauf deine Thesen sonst beruhen, die ja wohl eher Öl ins Feuer der gängigen Vorurteile sind?

Ich halte mich weder für einen „Charismatiker“, noch zähle ich mich sonst zu irgend einem „Lager“ – vielmehr denke ich es ist sehr wichtig dieses „Kastendenken“ aus unseren Köpfen zu verbannen um zu der von uns allen angestrebten Einheit unter den Geschwistern zu gelangen. Nicht dass ich die Tatsache der durch menschl. Kleingeist entstandenen „christl. Lager“ ignorieren würde, aber wir können sie wohl nur überwinden, wenn wir nicht weiter darauf fokussieren und Geschwister entsprechend einordnen, sondern eben auf die uns von Gott gegebenen Grundlagen der Einheit schauen.

…oder um es mit deinen eigenen Worten zu sagen:
„Das ist menschlich, aber nicht unbedingt von Gott so gewollt.“ 😉

und:
„Wenn Du daran zweifelst, dann hast Du ein GRUNDLEGENDES Problem.“
Ja, so kann man das wohl durchaus sagen – siehst du das anders?
ALLES was uns Gott schenken möchte beruht auf Glauben! Zweifel machen uns unempfänglich für die übernatürlichen Gaben und Wirkungsweisen des übernatürlichen Gottes, der in Jesus unser Vater ist.

Segen

9. Stef - 19. September 2008

Hi Bento,
ich bin auch nicht für „Lagerdenken“, aber man muss wohl doch zugeben, dass es unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb der christlichen „Lager“ gibt, oder?
Ich kenne übrigens einige „charismatische“ Christen persönlich. Tolle Leute, die u.a. einen christlichen Kindergarten und ein Generationenzentrum aufgebaut haben. Da mache ich gerne mit 🙂
Segen!
Stefan

10. Stef - 19. September 2008

PS: Mir ging und geht es bei meinem obigen Artikel vor allem darum, was man als Christ aus solchen tragischen Vorfällen lernen kann. Und da kann man sicherlich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Mein Fazit war eben, dass man einerseits als Christ – und vor allem als christlicher Leiter – gute Freunde und Ratgeber braucht und andererseits die Gemeinde nicht zu leichtgläubig sein sollte.
Ob das in dem genannten Fall wirklich die Hauptursachen der Tragödie waren, kann ich natürlich nicht sagen. Dafür weiß ich einfach zu wenig. Aber es ist zumindest vorstellbar, oder?

11. Stef - 19. September 2008

PPS: Mir geht es – um das nochmals ganz deutlich zu machen – nicht darum, charismatische Gemeinden schlecht zu machen oder an den Pranger zu stellen. Ich versuche unabhängig von der theologischen Ausrichtungen das zu kritisieren, was ich für schädlich bzw. gefährlich halte. Ich möchte aus meiner Geschichte und der anderer Christen eben lernen, um die gleichen oder ähnliche Fehler nicht zu wiederholen.

12. Bento - 20. September 2008

ok Stefan,

ist mir schon klar und ich bin weit davon entfernt dir zu unterstellen, du wolltest irgendjmd. schlecht machen – mir ist schon klar, dass du ehrlich um die Wahrheit ringst! Das macht dich sympatisch und deshalb erlaube ich mir auch, mit dir als Bruder offen umzugehen.

Du hast den lapsus ja längst erkannt und wie ich grade sehe, wohl auch oben aus dem Text gelöscht?!

Also spätestens bei ähnlich „tendenziellen“ Texten, werde ich mich wieder melden… 😀 (Scherz!)

Segen!

ps – meine Frage aus dem letzten Absatzt hast du gemieden – liegt es wohl daran, dass es für dich in dieser Frage keine „einfache Antwort“ gibt?!
..ich will ja hier auch kein theologisches Fass aufmachen!!… 😉

13. Stef - 20. September 2008

Hi Bento,
zur letzten Frage (ich habe gehofft, dass Du sie vergisst 🙂 ):
Ich halte vorweg gesagt nicht viel von Glaubenstests. D.h., dass man einen Mensch anhand 1(!) Frage einkategorisiert, ob er ein „richtiger“ oder „guter“ Christ ist. Das führt i.d.R. nur zu Lieblosigkeiten und Spaltungen.
Zur meiner Schande muss ich sagen, dass wir das in meiner früheren Gemeinde so praktiziert haben anhand der Frage nach der Bedeutung der Taufe. Und obwohl diese tatsächlich sehr wichtig ist und sogar heilsrelevant sein kann, finde ich es besser, wenn man zunächst nach dem HERZEN des Christen schaut und nicht nach „Rechtgläubigkeit“.
Niemand kann ja für sich beanspruchen die Wahrheit in allen Dingen zu kennen. Jeder kann sich irren. Aber jeder kann (wenn er das richtiger Herz hat) dazu lernen. Von dem her ist das Herz erstmal wichtiger.
Ein Jünger Jesu ist ja ein Schüler Jesu, also ein Lernender.
Aus dieser Sicht ist für mich die Frage, ob Gott heute noch durch Wunder heilt NICHT grundlegend. Man kann auch ohne diesen Glauben gerettet werden. Es ist ja maximal ein „verpasster Segen“.
Ganz abgesehen davon, weißt Du ja, dass ich die besagte Frage mit Ja beantworten würde. Nur sind Heilungswunder eben nicht mein Hauptfokus als Christ.


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