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Über die Zungenrede 8. Oktober 2009

Posted by Stef in Bibelauslegung, Charismen, Christentum, Heiliger Geist, Lehre, Pfingstbewegung, Zungenrede.
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Nachdem ich mir vor einigen Tagen einen Lehrvortrag eines sehr engagierten katholischen Theologen aus der charismatischen Erneuerung über das „Sprachengebet“ angehört habe (siehe auch seinen interessanten BASIC Podcast), möchte ich in diesem Beitrag auf ein paar – nach einem Verständnis – weit verbreitete falsche Vorstellungen bzgl. der Gabe der „Zungenrede“ eingehen.

Gleich vorweg gesagt: ich bin weder ein vorbehaltloser Befürworter, noch ein ausgesprochener Gegner der charismatischen Bewegung. Ganz im Gegenteil. Viele meiner Ansichten könnte man grundsätzlich als charismatisch bezeichnen. So halte ich es für sehr wichtig, dass jeder Christ eine lebendige (Liebes-) Beziehung zu Gott pflegt und seine von Gott geschenkten Gaben zu Gottes Verherrlichung und zum Aufbau der Kirche Gottes einsetzt. Und natürlich glaube ich, das der Heilige Geist auch heute noch Wunder bewirken kann (und dies auch tut).

An den charismatischen Gemeinden schätze ich übrigens den meist sehr ausgeprägten Eifer für Gott, ihre Hingabe, ihre bewusst leidenschaftliche Beziehung zu Gott und ihren praktischen Sinn. So wird z.B. in den mir bekannten charismatischen Gemeinden nicht nur einfach „herumtheologisiert“ (das zwar auch, da die Glaubenslehre natürlich wichtig ist), sondern vor allem ganz praktisch im Glauben gehandelt (hier bei uns z.B. durch einen christlichen Kindergarten, in dem übrigens auch meine Frau Connie arbeitet und unsere Kinder Paul und Lennart betreut werden, und durch ein sehr ansprechend gestaltetes Generationenzentrum für alt und jung). Ein solches Engagement würde ich mir in der ganzen Kirche wünschen.

Andererseits kritisiere ich an der charismatischen Bewegung manche Einseitigkeit in der Lehre und der Praxis, z.B. was die Charismen, also die Gaben des Heiligen Geistes angeht oder auch den mir persönlich etwas überbetonten bzw. einseitigen Lobpreis (so wichtig und gut auch das Loben und Preisen von Gott und Seiner Güte ist). Andererseits hat natürlich jede christliche Bewegung so ihre Schwerpunkte und der Segen, der von der charismatischen Bewegung im Allgemeinen ausgeht und auch die positive Korrektur, die sie so manch verkrusteter Gemeinde entgegenstellt ist m.E. sehr zu begrüßen.

Zurück zur Gabe der Zungenrede: Zungenrede wird in der Bibel als das vom Heiligen Geist (spontan) gewirkte Reden in fremden Sprachen bezeichnet (vgl.  Apg 2,4-11; Apg 10,44-47; Apg 19,5-6). Das Wunder der Zungenrede bestand darin, dass Menschen, die vom Heiligen Geist erfüllt wurden auf einmal anfingen, Gott zu loben und zu preisen (ggf. auch zu weissagen, d.h. prophetisch zu reden) und dabei zudem auch noch von Menschen aus anderen Ländern verstanden zu werden.

Es gibt nun m.E. einige weit verbreitete falsche Vorstellungen über die Gabe der Zungenrede (sowohl bei den Charismatikern wie auch bei den Nicht-Charismatikern), die ich im Folgenden aufzählen möchte (warum ich sie für falsch halte, werde ich weiter unten zu begründen versuchen):

  1. Die Gabe der Zungenrede stirbt biblisch gesehen irgendwann zwangsläufig aus (und zwar mit dem Ableben der Apostel bzw. der Menschen, denen sie die Hände zur Vermittlung der Geistesgaben auflegten oder spätestens mit Vollendung der Bibel bzw. des Neuen Testaments).
  2. Die Zungenrede wie sie in der Bibel beschrieben ist umfasst auch eine Art Gesang in völlig unverständlichen (d.h. unbekannten) Sprachen und legitimiert damit die heute in charismatischen Gemeinden zumeist praktizierte Form der Zungenrede.
  3. Paulus hält die Praxis der Zungenrede grundsätzlich nicht für gut und wichtig.
  4. Jeder Christ kann die Zungenrede „erlernen“ (wenn er nur will und darum bittet)

Zu Punkt 1:

Die Annahme, dass die Bibel lehrt, dass die Gabe der Zungenrede irgendwann aufhört beruht u.a. auf folgender Bibelstelle:

„8 Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. 9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; 10 wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. 12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. 13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ (1. Kor 13,8-13/EÜ)“

Mit dem Ausdruck „das Vollendete“ wird z.B. behauptet sei die „vollendete“ Bibel gemeint. Das müsste dann aber wirklich prophetisch von Paulus gesagt worden sein, da Paulus zur Zeit der Abfassung des 1. Korintherbriefes sicherlich noch nicht wusste, dass man seine Briefe (und andere neutestamentliche Schriften) später mal zur Heiligen Schrift zählen würde (der Kanon der Bibel wurde übrigens erst nach längerer Diskussion Ende des 4.Jh. n.Chr. fixiert, siehe Catholic Encyclopedia).

Der Sinn dieser Schriftstelle ist ein anderer (und so verstanden das auch übrigens die Kirchenväter): das „Vollendete“ (etwa: das Reich Gottes in Vollendung) kommt dann, wenn wir Gott begegnen („dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht“), nämlich im Himmel („dann werde ich durch und durch erkennen“). Dann sehen  wir „klar“, dann werden wir „wirklich verstehen“ und nicht nur bruchstückhaft („unvollkommen“ wie „rätselhafte Umrisse“ durch einen „Spiegel“) wie noch in diesem (irdischen) Leben.

Manche meinen, dass die (übernatürlichen) Gaben des Heiligen Geistes Menschen nur durch Handauflegung der Apostel selbst vermittelt werden können und berufen sich u.a. auf folgende Bibelstelle:

„1 Während Apollos sich in Korinth aufhielt, durchwanderte Paulus das Hochland und kam nach Ephesus hinab. 2 Er traf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. 3 Da fragte er: Mit welcher Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Mit der Taufe des Johannes.1 4 Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen. 6 Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab; sie redeten in Zungen und weissagten. 7 Es waren im ganzen ungefähr zwölf Männer.“ (Apg 19,1-7/EÜ)

Erstmal muss man hier unterscheiden zwischen den Empfang des Heiligen Geistes und den Empfang von besonderen Geistesgaben. Außerdem wurde der Heilige Geist nicht nur über Handauflegung empfangen. In folgender Bibelstelle z.B. kommt der Heilige Geist spontan (ohne Handauflegung) auf die gläubig gewordenen Heiden (sozusagen als Zeichen, dass auch für sie das Heil bestimmt ist).

„44 Noch während Petrus dies sagte, kam der Heilige Geist auf alle herab, die das Wort hörten. 45 Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, konnten es nicht fassen, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. 46 Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen. Petrus aber sagte: 47 Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben? 48 Und er ordnete an, sie im Namen Jesu Christi zu taufen. Danach baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.“ (Apg 10,44-48/EÜ)

Mein Hauptargument gegen die Annahme, dass die Gabe der Zungenrede mit dem Ableben der Apostel (bzw. der Christen, die von ihnen per Handauflegung die besonderen Geistesgaben vermittelt bekamen) ist jedoch die Kirchengeschichte. So berichten z.B. Justin der Märtyrer, Irenäus von Lyon und Origenes, dass es in ihren Zeiten noch die Geistesgaben inkl. der Zungenrede gab.

Erst im 4.Jh. scheint die Gabe der Zungenrede (wie auch die anderen übernatürlichen Geistesgaben) lt. der Aussagen der Kirchenväters Johannes Chrysostomus und Augustinus nicht mehr vorzukommen (siehe auch auf meiner Website „Projekt Kirche“: Kirchenväter – Über die Geistes- und Wundergaben).

Das heißt jedoch nicht zwingend, dass es damals überhaupt keine Geistesgaben mehr gab oder sie später nicht wieder vereinzelt auftreten könnten. So wurde z.B. von Vincent Ferrer (1350-1419) gesagt, dass er in seiner eigenen Muttersprache von anderen, fremdsprachigen Menschen verstanden wurde und von Francisco de Xavier (1506-1552), dass er in ihm unbekannten Fremdsprachen predigte.

Zu Punkt 2:

Ist Zungenrede tatsächlich – wie heute in vielen charismatischen (auch katholischen) Gemeinden praktiziert – hauptsächlich ein unverständlicher „Schalalala“-Gesang, den keiner versteht, da es sich um keine bekannte(n) Sprache(n) handelt?

Wenn man sich mal die Bibelstellen ansieht, die von der Wundergabe des Zungenredens sprechen (s.u.), bekommt man m.E. einen ganz anderen Eindruck. Dort scheint die Zungenrede nämlich (i.d.R.) als ein Reden in einer bekannte (und damit prinzipiell übersetzbaren) Fremdsprache zu sein (so wie es im Übrigens auch die meisten Kirchenväter verstanden und auch einige der „Väter der Pfingstbewegung“  (z.B. Charles Parham). Alternativ (bzw. in anderen Fällen) handeltet es sich offenbar um ein sogenanntes „Hörwunder“ (d.h. jemand spricht in seiner Muttersprache und wird dennoch von anderen Menschen verstanden, die diese Sprache eigentlich nicht kennen bzw. nicht beherrschen).

„4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. 5 In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. 7 Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? 8 Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: 9 Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, 10 von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, 11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.“ (Apg 2,4-11/EÜ)

„8 Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, 9 dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, 10 einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten.“ (1. Kor 12,8-10/EÜ)

„30 Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen?“ (1. Kor 12,30/EÜ)

„5 Ich wünschte, ihr alle würdet in Zungen reden, weit mehr aber, ihr würdet prophetisch reden. Der Prophet steht höher als der, der in Zungen redet, es sei denn, dieser legt sein Reden aus; dann baut auch er die Gemeinde auf.“ (1. Kor 14,5/EÜ)

„9 So ist es auch mit euch, wenn ihr in Zungen redet, aber kein verständliches Wort hervorbringt. Wer soll dann das Gesprochene verstehen? Ihr redet nur in den Wind. 10 Es gibt wer weiß wie viele Sprachen in der Welt und nichts ist ohne Sprache. 11 Wenn ich nun den Sinn der Laute nicht kenne, bin ich für den Sprecher ein Fremder, wie der Sprecher für mich. 12 So ist es auch mit euch. Da ihr nach Geistesgaben strebt, gebt euch Mühe, dass ihr damit vor allem zum Aufbau der Gemeinde beitragt. 13 Deswegen soll einer, der in Zungen redet, darum beten, dass er es auch auslegen kann.“ (1. Kor 14,9-23/EÜ)

„26 Was soll also geschehen, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, trägt jeder etwas bei: einer einen Psalm, ein anderer eine Lehre, der dritte eine Offenbarung; einer redet in Zungen und ein anderer deutet es. Alles geschehe so, dass es aufbaut. 27 Wenn man in Zungen reden will, so sollen es nur zwei tun, höchstens drei, und zwar einer nach dem andern; dann soll einer es auslegen. 28 Wenn aber niemand es auslegen kann, soll auch keiner vor der Gemeinde so reden. Er soll es für sich selber tun und vor Gott.“ (1. Kor 14,26/EÜ)

Natürlich ist es theoretisch möglich, dass auch ein Reden in einer uns völlig unbekannten Sprache eine durch den Heiligen Geist gewirkte Zungenrede sein könnte. Ein Hinweis darauf könnte sein, dass Paulus von „verschiedene[n] Arten von Zungenrede“ (siehe 1. Kor 12,10/EÜ) spricht. Genauso gut könnten damit aber auch die verschiedenen Fremdsprachen gemeint sein oder die Unterscheidung von „Hörwunder“ und „Sprachwunder“ bei der Zungenrede.

Auf jeden Fall stellt sich hier (d.h. bei völlig unverständlichen Lauten im Gegensatz zu übersetzbaren Fremdsprachen) die Frage, woran man (sicher) erkennen kann, was neutestamentliche Zungenrede ist und was nicht. Was ist vom Heiligen Geist gewirkt und was ist vielleicht nur eingebildet oder hat psychologische Ursachen? Und genau dieser m.E. gesunde Skeptizismus fehlt mir oft in charismatischen Kreisen (Glauben im biblischen Sinn bedeutet ja nicht einfach nur leichtgläubig zu sein. Ganz im Gegenteil!).

In charismatischen Kreisen wird m.E. oft völlig ignoriert, dass man die Geistesgaben auch „unterscheiden“ können muss. D.h., dass man prüfen muss, welche Wundergaben vom Heiligen Geist, also von Gott sind und welche ggf. nur vorgetäuscht wurden oder welche gar von bösen Geistern (d.h. dem Teufel oder Dämonen) stammen. Diese Problematik gab es übrigens von Anfang an in der Kirche. Und genau dies spricht Paulus auch ganz zu Beginn im 1. Korintherbrief an, als er auf die Geistesgaben zu sprechen kommt:

„1 Auch über die Gaben des Geistes möchte ich euch nicht in Unkenntnis lassen, meine Brüder. 2 Als ihr noch Heiden wart, zog es euch, wie ihr wisst, mit unwiderstehlicher Gewalt zu den stummen Götzen. 3 Darum erkläre ich euch: Keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet. 4 Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. 5 Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. 6 Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. 7 Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. 8 Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, 9 dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, 10 einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten.“ (1. Kor 12,1-10/EÜ)

Paulus erinnert die Korinther an ihre Vergangenheit als sich viele von ihnen noch mit heidnischen Götzen abgaben (heute im Westen vielleicht eher mit Esoterik und Okkultismus vergleichbar). Auch da gibt es ja teilweise übernatürliche Phänomene und auch eine Art Zungenrede (ekstatisches Sprechen etc.). Der Heilige Geist kann laut Paulus zumindest dann sicher nicht die Ursache dieser Wunder sein, wenn die entsprechenden Leute offen oder im Geheimen Jesus verfluchen oder ihn nicht als ihren Herrn bekennen.

Oft ist es jedoch nicht so einfach bei den Wundergaben zu unterscheiden, von welchem Geist diese bewirkt werden. Deshalb hat Gott auch einigen Menschen die Gabe der Geistesunterscheidung gegeben (vgl. 1. Kor 12,10/EÜ). Und Paulus wie auch Johannes mahnt uns die guten von den bösen Geistern zu unterscheiden:

„19 Löscht den Geist nicht aus! 20 Verachtet prophetisches Reden nicht! 21 Prüft alles und behaltet das Gute! 22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!“ (1. Thess 5,19-20/EÜ)

„1 Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen. 2 Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott. 3 Und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichrists, über den ihr gehört habt, dass er kommt. Jetzt ist er schon in der Welt. (1. Joh 4,1-3/EÜ)

Zu Punkt 3:

Manche nicht-charismatischen Gemeinden lehnen die Gabe der Zungenrede grundsätzlich ab. Entweder weil sie glauben, dass sie nicht mehr existiert (s.o.) oder weil sie meinen, dass Paulus sie sowieso gering schätzt. M.E. ist auch diese Annahme falsch, da Paulus die Gabe der Zungenrede (sofern sie echt ist) sehr wohl gutheißt und das Ausüben der Zungenrede wünscht.

Richtig ist jedoch, dass Paulus eine zu hohe Wertschätzung der Zungenrede im Vergleich zu anderen Geistesgaben wie z.B. dem prophetischen Reden (d.h. Weissagung; lt. Ambrosiaster auch Schriftauslegung) korrigieren will. In Korinth gab es damals wohl einige Christen, die sich als besonders „geistlich“ und wichtig ansahen, da sie die „begehrte“ Gabe der Zungenrede hatten und verursachten durch diesen Hochmut Spannungen und Schaden innerhalb der Gemeinde. Und das ist genau das Gegenteil, was der Heilige Geist in der Gemeinde mit Seinen Gaben bewirken will. Er will nämlich mit Seinen Gaben den Leib Christi, also die (christl.) Gemeinde aufbauen und nicht zersetzen. Denn ohne Liebe bringen auch die größten und spektakulärsten Geistesgaben nichts (vgl. 1. Kor 13).

Johannes Chrysostomus vermutete übrigens, dass die Korinther die Gabe der Zungenrede deshalb so hoch einschätzten, da diese Gabe den Apostel zuerst verliehen wurde. Jedoch geschah dies lt. Chrysostomus nur als Zeichen dafür, dass die Apostel das Evangelium der ganzen Welt predigen würden. Paulus korrigierte die falsche Rangfolge der Geistesgaben, indem er sie bewusst nach Wichtigkeit sortiert aufzählte:

„28 So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.“ (1. Kor 12,28/EÜ)

D.h. also, dass z.B. das Apostelamt (Botschafter Christi zu sein) oder ein Prophet zu sein (prophetisch zu reden inkl. zu predigen) viel wichtiger für den Aufbau der Kirche sind als die Gabe der Zungenrede, die erst am Schluss genannt wird.

Paulus spornt die Korinther deshalb an, die höheren (im Sinne von besseren/nützlicheren und nicht die scheinbar größeren, spektakuläreren) Gaben zu erstreben:

„31 Strebt aber nach den höheren Gnadengaben! (…)“ (1. Kor 12,31/EÜ)

Nach dieser Aussage wechselt Paulus gleich zum wichtigsten und höchsten „Weg“, ohne dem alle Geistesgaben wertlos sind, nämlich der Liebe (vgl. 1. Kor 12,31-13,13/EÜ).

Dass Paulus die Gabe der Zungenrede damit nicht gänzlich verachtet (sofern sie im guten Sinne eingesetzt und ausgelegt, d.h. übersetzt und erklärt werden), auch wenn ihr das prophetische Reden (Predigen) weit überlegen ist, wird aus seinen folgenden Aussagen ganz deutlich:

„5 Ich wünschte, ihr alle würdet in Zungen reden, weit mehr aber, ihr würdet prophetisch reden. Der Prophet steht höher als der, der in Zungen redet, es sei denn, dieser legt sein Reden aus; dann baut auch er die Gemeinde auf. 6 Was nützt es euch, Brüder, wenn ich komme und in Zungen vor euch rede, euch aber keine Offenbarung, keine Erkenntnis, keine Weissagung, keine Lehre bringe?“ (1. Kor 14,5-6/EÜ)

„18 Ich danke Gott, dass ich mehr als ihr alle in Zungen rede. 19 Doch vor der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit Verstand reden, um auch andere zu unterweisen, als zehntausend Worte in Zungen stammeln.“ (1. Kor 14,18-19/EÜ)

„26 Was soll also geschehen, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, trägt jeder etwas bei: einer einen Psalm, ein anderer eine Lehre, der dritte eine Offenbarung; einer redet in Zungen und ein anderer deutet es. Alles geschehe so, dass es aufbaut. 27 Wenn man in Zungen reden will, so sollen es nur zwei tun, höchstens drei, und zwar einer nach dem andern; dann soll einer es auslegen. 28 Wenn aber niemand es auslegen kann, soll auch keiner vor der Gemeinde so reden. Er soll es für sich selber tun und vor Gott.“ (1. Kor 14,26-28/EÜ)

„39 Strebt also nach der Prophetengabe, meine Brüder, und hindert niemand daran, in Zungen zu reden. 40 Doch alles soll in Anstand und Ordnung geschehen.“ (1. Kor 14,39-40/EÜ)

Zu Punkt 4:

Viele charismatische Gemeinden lehren, dass jeder Christ die Gabe Zungenreden erhalten könne, wenn er das nur wolle. Praktisch heißt das meist, dass ein Christ sich für diese Gabe zuerst innerlich öffnen (ggf. auch durch Gebet) und dann das Zungenreden einfach ausprobieren, also praktisch lernen müsse. Dem widerspricht aber schon die Tatsache, dass es sich um eine Gabe des Heiligen Geistes, also um ein Geschenk handelt. Wenn man folgende Bibelstellen liest, müsste m.E. eigentlich jedem deutlich werden, dass die Geistesgabe „Zungenrede“ eben nicht jeder Christ erhält (so wie das bei jeder anderen Gabe des Heiligen Geistes auch ist):

„8 Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, 9 dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, 10 einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten. 11 Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will. 12 Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. 13 Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt. 14 Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern. 15 Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib. 16 Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. 17 Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn? 18 Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. 19 Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib? 20 So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib.“ (1. Kor 12,8-20/EÜ)

„27 Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm. 28 So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede. 29 Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Wunder zu tun? 30 Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen?“ (1. Kor 12,27-29/EÜ)

Es ist der Heiligen Geist selbst, der entscheidet welcher Christ welche Gabe erhält. Wir können zwar den Heiligen Geist um eine bestimmte Gabe bitten, aber ob wir sie dann tatsächlich erhalten bleibt Gott überlassen. Gott selbst weiß am Besten welche (Geistes-)Gaben für uns und für unsere Gemeinde gut und nützlich sind. Und mit einer Geistesgabe ist ja immer auch eine besondere Verantwortung und Pflicht verbunden, nämlich, dass man die Gabe auch richtig und zum Wohl aller ausübt. Und für manch einen ist es dann tatsächlich wohl besser, bestimmte Geistesgaben nicht zu bekommen, wie es uns auch der falsche Gebrauch der Gabe der Zungenrede  bei den Korinthern deutlich macht.

Zum Schluss:

Folgende Bibelstellen werden (u.a.) zur Begründung angeführt, warum der Empfang der Gabe der Zungenrede so wichtig und für jeden Christen auch möglich ist:

„31 Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!(…)“ (1. Kor 12,31/EÜ)

„1 Jagt der Liebe nach! Strebt aber auch nach den Geistesgaben, vor allem nach der prophetischen Rede!“ (1. Kor 14,1/EÜ)

„5 Ich wünschte, ihr alle würdet in Zungen reden, weit mehr aber, ihr würdet prophetisch reden. Der Prophet steht höher als der, der in Zungen redet, es sei denn, dieser legt sein Reden aus; dann baut auch er die Gemeinde auf.“ (1. Kor 14,5/EÜ)

„39 Strebt also nach der Prophetengabe, meine Brüder, und hindert niemand daran, in Zungen zu reden.“ (1. Kor 14,39/EÜ)

Die obigen Verse sagen jedoch lediglich aus, dass wir im Gegensatz zu den Korinthern nach den höheren statt der weniger wichtigen Geistesgaben streben sollen. Vor allem aber nach der Liebe. Auch wenn Paulus sagt, dass er sich wünsche, dass alle die Gabe der Zungenrede haben, bevorzugt er doch die Prophetengabe. Außerdem sagt er damit auch gar nicht aus, dass jeder Christ die Gabe des Zungenredens tatsächlich erhalten wird. Ganz im Gegenteil, denn in 1. Kor 12 hat er ja lang und breit erläutert, dass eben nicht jeder die gleiche(n) Geistesgabe(n) erhalten wird, da ja sonst kein funktionsfähiger Leib daraus entstehen könne.

Ich persönlich würde mir wünschen, wenn wir die Gabe der Zungenrede in charismatischen Gemeinden nicht so überbetonen, sondern vor allem nach den besseren Geistesgaben streben würden wie z.B. die Gabe des Lehrens, der Krankenheilung und vor allem natürlich der Liebe, die ja ein Erkennungszeichen für Christen sein soll:

„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“(Joh 13,35/EÜ)

Quellen/Literatur:

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Kommentare»

1. B. Stummvoll - 2. November 2009

Folgende Aussage (Zitat von Ihnen aus Ihren Aussagen über die „Zungenrede“ [„Sprachengebet“] würde ich bevorzugen) haben Sie, s.g. Herr Schweizer, vermutlich genau anders herum sagen wollen: „Dass Paulus die Gabe der Zungenrede damit nicht gänzlich verachtet (sofern sie im guten Sinne eingesetzt und ausgelegt, d.h. übersetzt und erklärt werden), auch wenn ihr das prophetische Reden (Predigen) weit unterlegen ist, wird aus seinen folgenden Aussagen ganz deutlich:…“

Stef - 2. November 2009

Vielen Dank für den Hinweis.
Da ist mir tatsächlich ein Tippfehler unterlaufen.
Es muss natürlich richtig heißen: „auch wenn ihr das prophetische Reden (Predigen) weit ÜBERlegen ist,(…)“. Ich habe den Artikel entsprechend korrigiert.

2. Bento - 6. November 2009

Hallo Stefan,
da hast du dir ja sehr viel Mühe gegeben!

Und, darf ich mal etwas provokant fragen, wie sieht es in der Praxis aus – hast du schon Erfahrungen gemacht, mit den „besseren“ Gaben?
Hast du erlebt, wie ein „unbedarfter Laie“ durch den Geist lehrt? Hast du Weissagungen empfangen oder erlebt wie Menschen durch sie überführt wurden? Redest du z.B. prophetisch oder hast du bereits Segen empfangen durch das prophetische Reden anderer? Übernatürliche Heilung?
Ich habe da einiges erlebt und es ist absolut erhebend und eine Gnade – Gott verherrlicht sich in den Geistesgaben!

Da mir das aber nicht täglich begegnet nehme ich solange gerne Vorlieb mit dem Sprachengebet und -Gesang, wovon Paulus ja auch bezeugt, wie sehr es der eigenen Erbauung dient! Da ich diesen Segen eigentl. täglich empfange und er immer wirksam ist (genauso wie beten mit dem Verstand), ist mir auch völlig klar, warum Paulus Gott dafür dankt, dass er mehr in Sprachen gebetet hat, als alle anderen und warum er wünschte, alle würden in Sprachen reden! (er wünscht übrigens nicht „alle hätten diese Gabe“, sondern dass alle in Sprachen redeten!)

Die Liebe nun ist m.E. kein „alternativer Weg“ zu den Gaben des Geistes, sondern sie ist die Basis und die „Luft“, ohne die alles tot wäre – wir sagen ja auch nicht, ich brauche keine Erkenntnis mehr, weil ich den Weg der Liebe gehe, sondern wahre Erkenntnis wächst aus der Liebe.

Und was Ausdrücke wie „höher“ oder „besser“ in dem Zusammenhang der versch. Gaben betrifft, so ist damit wohl keine qualitative Wertung gemacht, sondern es bezieht sich eher auf den Nutzen für die Gemeinde in den Versammlungen (durch Auslegung ist dieser Nutzen beim reden in Sprachen dann ja auch gegeben).
Schließlich werden Glaube und Hoffnung auch nicht „abgewertet“ oder sind zweitrangig dadurch, dass die Liebe unter ihnen die Grösste ist.

Jedenfalls bezeuge ich hier gerne, dass meine Liebe zum Herrn und auch zu den Menschen (nach fast 30jähriger Nachfolge), noch deutlich lebendiger und tiefer geworden ist, sowie Erfahrungen mit anderen Gaben des Geistes erst vermehrt stattfinden, seit ich in Sprachen bete und singe, wofür ich unserem wunderbaren Vater wirklich sehr dankbar bin.

LG + Segen

Stef - 6. November 2009

Hi Bento,

das freut mich, dass Du so viele positive Erfahrungen mit den Geistesgaben gemacht hast!
Ich selbst kann aus meinem Leben diesbzgl. leider nicht so viel (Außergewöhnliches) berichten (außer vielleicht von „Eingebungen“ des Hl. Geistes…).

Meine obigen Ausführungen basieren ja nicht auf eigener persönlicher Erfahrung, sondern „lediglich“ auf dem Studium der Hl. Schrift, der Kirchenvätertexte, kath. Bibelkommentare und sonstigen Untersuchungen anderer Autoren über die „Zungenrede“.
Ich kann leider nicht wie Paulus als besonders vom Hl. Geist begabter Mensch über die Geistesgaben sprechen, sondern bin zugegebenermaßen oft auch auf Mutmaßungen angewiesen. Von dem her haben meine Ansichten auch keinen dogmatische Anspruch (ganz abgesehen davon, dass Gott souverän genug ist, seine Gaben heute möglicherweise in einer etwas anderen Art und Weise auszuteilen als wie im NT berichtet).

Mir ging es letztendlich in erster Linie um eine „theologische Aufarbeitung“ des Themas, in der Hoffnung mehr Klarheit über die Geistesgabe der „Zungenrede“ bzw. der „Sprachenrede“/“Sprachengebet“ zu erhalten.

In diesem Sinne,
Gottes Segen!
Stefan

Stef - 6. November 2009

PS: Mit meinem Artikel wollte ich keineswegs die Bedeutung der Geistesgaben (im Allgemeinen) für uns Christen schmälern. Und ich gebe gerne zu, dass das Wirken des Hl. Geistes (oder überhaupt das Wirken und Eingreifen Gottes) in vielen Gemeinden unterbetont wird (auch oft von mir selbst, aber ich arbeite dran ;-)).
Und es ist auch sicherlich richtig, dass man sich um die Geistesgaben „bemühen“ soll bzw. muss. Genauso wie man sich darum bemühen muss, andere Menschen zu lieben (sogar seine Feinde!). Gott hilft uns zwar durch Seinen Geist, aber wir müssen auch mitmachen und wollen.
In diesem Sinne ist die „Zungenrede“ dann möglicherweise auch „erlernbar“ (genauso wie man mit Gottes Hilfe „lieben“ lernen kann). Von dem her möchte ich auch meine obigen Aussagen nicht verabsolutieren (auch ich kann irren 😉 )

3. Bento - 6. November 2009

Hi Stefan,
Du bist ein toller Bruder und ich schätze deine Herzenshaltung!
🙂
Segen dir.
Bento

4. Bee - 6. November 2009

Naja, ich hab dir ja schon gesagt, dass ich sehr skeptisch gegenüber Geistesgaben bin. Nicht, weil ich nicht glaube, dass es sie gibt, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass viele, die meinen sie hätten diese Gabe sie eigentlich nicht haben. Du hast einige Heilige aufgezählt, von denen Sprach- oder Hörwunder berichtet worden sind. Berichte von solchen Ereignissen ziehen sich durch die Jahrhunderte, nicht nur was Sprachen, sondern auch was Extasen und Prophetien angeht. Nun, denke ich, die Bibel ziemlich eindeutig darauf hinweist, dass alle Geistesgaben – wie auch alle anderen Gaben- nicht Selbstzweck und nicht für den nur für Einzelnen gedacht sind, sondern als Adressaten die gesamte Kirche haben. Daher hab ich Schwierigkeiten den Sinn von Zungenrede zu erkennen, wenn sie nicht verstanden wird. Dabei muss es nicht unbedingt eine „bekannte“ Sprache sein, aber ich denke schon, Zungenrede hat was mit Kommunikation zu tun. Wenn weder der, der sie spricht, noch die, die sie hören etwas kommuniziert bekommen. Ist es einfach nur Lärm.
Zum Anderen bezweifle ich, dass die Art wie Zungenrede (aber vllt. noch extremer Prophetien oder Heilungen) häufig als Prüfstein für die Anwesenheit des Heiligen Geistes, für die Richtigkeit der Lehre, die Wiedergeburt der Geimeindemitglieder oder die Vollmacht eines Predigers gehandelt wird, richtig ist. Sicher ist das hauptsächlich ein Problem im freikirchlichen Bereich, da es ziemlich hirnrissig wäre die Anwesenheit des Heiligen Geistes in einer Messe anzuzweifeln, wenn ein halbes Stündchen später genau durch diesen Heiligen Geist die Wandlung der Gaben geschied und dann Christus sakramental Gegenwärtig wird.
Ich denke nicht, dass Schallalaah und Schandarassa in irgendeiner Form die Anwesenheit von einer der drei göttlichen Personen indiziert. Muss es bei mir ja auch nicht. Ich mein, in der Eucharistie schenkt sich Christus selbst als Gabe, welche Gabe bräuchte man da noch?
Zusätzlich beschleicht mich das Gefühl, dass grade da wo viel wert auf Geistesgaben gelegt wird, es leicht zu einer mittelschwere Konfusion über die Beschaffenheit der menschlichen Person kommt. Es wird dort häufig eine Geistlichkeit gepredigt, die den Menschen eben nicht als unauflösliche Seele-Körper-Einheit betrachtet. Das liegt zwar im Trend der Zeit, ist aber falsch. Es geht im Evangelium m.M. nach nicht darum, dass wir Geistlicher zu werden.(Der Teufel ist nichts anderes als Geist, was ihn genau Null bring. Eher ist das Gegenteil der Fall.) Dem Evangelium geht es um unsere Teilhabe am Leben der Dreieinigkeit und zwar als die Seele-Körper-Einheit, als die wir geschaffen wurden und die sich dadurch noch weiter entfalten wird.
Mir geht die Art wie Geistesgaben und Wunder immer wieder in den Mittelpunkt gerückt werden und sich in regelmäßigen Abständen ein Hype durch das christliche Ghetto wälzt, der meist Prediger mit sehr fraglicher Botschaft in die Höhe hebt manchmal wirklich auf den Senkel, wenigsten wenn ich bedenke an was für einem kosmischen Ereignis ich eigentlich teilnehmen kann…. okay, das geht vielen anderen ab, aber das müsste es ja nicht.

5. Andreas - 16. September 2011

Korinther 14

20 Liebe Brüder, werdet nicht Kinder an dem Verständnis; sondern an der Bosheit seid Kinder, an dem ***Verständnis*** aber seid ****vollkommen***. (Epheser 4.14) 21 Im Gesetz steht geschrieben: Ich will mit andern Zungen und mit andern Lippen reden zu diesem ****Volk***, und sie werden mich auch also nicht hören, spricht der HERR.“ 22 Darum sind die Zungen zum ****Zeichen*** nicht den Gläubigen, sondern den ***Ungläubigen***; die Weissagung aber nicht den Ungläubigen, sondern den Gläubigen.

Welche?? ***Ungläubigen*** sind hier gemeint?WER IST HIER DIESES VOLK Wer hat nicht geglaubt das die Heiden GOTT anbeten DÜRFEN und von ihm den Heiligen Geist bekommen hatten/haben??

SIE ?ICH?? Bestimmt nicht ,ich glaube das die HEiden die sich bekehren den HEiligen Geist emfangen.
Wir sehen das ALLE VÖLKER ERRETET WERDEN KÖNNEN.

Deshalb ist es ein ZEICHEN an die Ungläubigen .Warum wird es heut gefordert dieses Zeichen??Wenn es doch kein Zeichen mehr ist ???

Zeichen=Verständnis oder Unverständnis?DIE JUDEN HABEN Das GESPROCHENE VERSTANDEN warum WIR NICHT HEUT??

Wir sollen im Verständnis Vollkommen sein.“wenn das Vollkomene kommt“…es ist unser wissen unser Verstand, dass sollen wir aber versuchen hier auf der ERDE zu sein damit wir uns nicht verirren in dieser WELT.

Der heilige Geist gibt so wie ER es möchte und nicht wie es der Mensch möchte JA WIR SOLLEN DRUM BETEN DIE GABE des „HEILGEN GEIST“ ZU EMPFangen…..und nicht um Gaben für uns selber….

Aber warum sollen wir um etwas beten das wir nicht verstehen und niemand davon einen Nutzen hat???

WER EINE GABE HAT DER SOLL DRUM BETEN SIE RICHTIG ZU NUTZEN wenn also jemand ne Gabe hat und die Gabe bringt keine Früchte dann muss sich paar DINGE ÜBERLEGEN:

REDE ICH??
WARUM BRINGT ES KEINE FRÜCHTE ?
WARUM WIRD NIEMAND ERBAUT?
WARUM VERSTEHT NIEMAND WAS ICH SAGE ODER TUE?(z.b „SPRACHEN REDEN“)

Anhand der Bibel kann mit Sicherheit sagen und die falschen Zungenredner und Propheten überführen:

Das gesprochene muss Verstanden werden(SO wie die BEISPIELE AUS DER BIBEL) also ein Empfänger muss da sein.
Die Prophetie wie auch das Zungereden wird von 2-3 Menschn ausgeführt und dann ausgewertet von der Gemeinde.
(14 Korintherbrief)

So hat der Verführerische Geist keine Chance die Gemeinde zu verunsichern oder verführen.

Wie soll das sonst SEIN???
KANN JEMAND CIRKUS VERNANSTALTEN OHNE DAS ES JEMAND VERSTEHT ODER DAVON NUTZEN HAT???

SAGEN SIE MIR BITTE das OFFEN??JA ODER NEIN?ES ist der trend der heutigen ZEIT dass „EIN GEIST“ wirkt mit grossen „WUNDERN und ZEICHEN“…….

GRUSS AN ALLE 🙂

ANDREAS

6. Stef - 23. August 2012

Kurzes Update zum Thema Zungenrede:
Ich war letzte Woche auf einem Seminar für Inneren Heilung in Wien mit Mag. Erika Gibello (Mitarbeiterin des verstorbenen Pater Rufus), wo meine Überzeugungen weiter bestärkt wurden, dass es tatsächlich „übernatürlichen“ Phänomene gibt wie die Gabe der Zungenrede (als echte Fremdsprache, z.B. afrikanischer Dialekt), aber leider auch schlimme Dinge wie dämonische Belastungen, die z.B. durch die Ausübung von okkulten und esoterischen Praktiken wie z.B. Pendeln oder Gläserrücken entstehen können (siehe die diversen Infos hierzu auf http://www.segenskreis.at).


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