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Geistlicher Kampf (gegen negative Gedanken) 28. April 2013

Posted by Stef in Christentum.
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Gestern war ich mal wieder so richtig genervt. Mir ging es nicht schnell genug mit dem Einbau meiner neuen Küche voran. Ich brauchte einfach viel zu Zeit für alles. Ich fiel in ein emotionales Loch und war einfach nur schlecht drauf. Dann kam ein alter Schulfreund, der mir netter Weise beim Aufbauen der Küche helfen wollte. Jedoch war er (aus meiner Sicht) noch viel negativer drauf als ich. Er erzählte mir fast ununterbrochen wie schlimm es um die Gesellschaft bestellt sei, welche Gefahren überall lauerten wie man sich am Besten ernähren sollte, um nicht krank zu werden etc. Das gab mir emotional den Rest.

Mir war nicht klar genug, dass in mir ein geistlicher Kampf tobte, den ich zu verlieren drohte. Mein sporadisches inneres Gebet half nicht viel. Ich wurde einfach depressiv und meine Kräfte schwanden dahin.

Damit ich nicht missverstanden werde: alle negativen Gedanken und alles was mein Freund mir erzählte war nicht aus der Luft gegriffen. Es gab und gibt natürlich viel Negatives in der Welt und auch in meinem Leben. Aber wie sollte ich damit umgehen? Wird es durch dauerndes Lamentieren besser? Ändert das was? Oder sollte man nicht lieber die Dinge anpacken, die es zu verändern gilt (und änderbar sind) und die anderen ignorieren und an etwas Besseres denken?

In der Hl. Schrift heißt es in Phil 4,4: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!“ (und es gibt noch viele andere Stellen, die Ähnliches aussagen). Und das ist eben nicht nur ein netter Tipp. Es ist letztendlich ein Gebot, das uns helfen soll gesund zu bleiben. Geistlich wie psychisch. Davon bin ich mittlerweile überzeugt. Es ehrt Gott auch nicht besonders, wenn man nur auf die negativen Dinge im Leben schaut und in Selbstmitleid versinkt statt auf das viele Gute, das Gott uns schenkt (es ist mehr als man denkt, wenn man darüber mal nachdenkt). Nicht umsonst heißt es in Phil 4,8: „Schließlich, Brüder: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht!“.

Ich wollte das jahrelang nicht wahrhaben. Aber als ich festgestellt hatte, dass es (zumindest für mich) der einzige Weg zur vollständigen Gesundung ist, habe ich mich darauf eingelassen. Die Vorträge von Hedwig Scheske haben mir den Anstoß und die letzte Überzeugung dazu gegeben. Und es „funktioniert“!

Es ist eben ein Irrtum zu glauben, dass wir keinen Einfluss auf unser Wohlergehen und Wohlbefinden hätten. Wir sind so beschäftigt, auf die (nicht änderbaren) Umstände zu schauen und uns über andere zu beklagen dass wir vergessen, den Kampf gegen die bösen Geister aufzunehmen. Ja, ich glaube mittlerweile tatsächlich, dass wir es öfters eher mit einem geistlichen Kampf zu tun haben als einfach mit psychischen Krankheiten und Schicksal oder Pech.

Wir haben einen Geist von Gott bekommen, der durch die Erbschuld und unsere Sünden in Gefangenschaft geriet. Gefangen durch den bösen Einfluss des Teufels, der uns knechtet und unsere Lebensfreude raubt. Er freut sich an jedem Unglück, das uns widerfährt und an jedem Zweifel Gott gegenüber. Will ich ihm diesen Sieg gönnen?

Aufgrund des Sündenfalls gerieten wir in Gefangenschaft, aber durch die Taufe und den Empfang des Hl. Geistes sind wir befreit! Jesus Christus hat dies ermöglicht. Wir haben durch die Taufe Anteil an Seinem Tod und Seine Auferstehung. Wir sind neue Geschöpfe, befreit von der Macht Satans.

Nur, und jetzt kommt’s: Der Widersacher ist noch nicht endgültig gefesselt. Er hat zwar schon sein Urteil (bzw. seine Verurteilung) erhalten, aber er darf uns leider noch für eine gewisse Zeit weiter nerven, auflauern und ggf. auch schaden. Die Frage ist nur, ob wir uns verteidigen oder uns ihm einfach nur ergeben bzw. erliegen wollen. Und das ist m.E. mit geistlichem Kampf gemeint. Nur wer gegen seine noch zur Sünde neigenden Natur ankämpft und sich den Einflüsterungen des Bösen widersetzt kann gewinnen. Und das ist, was ich zur Zeit erlebe. Einen inneren Kampf, in dem ich mich immer wieder entscheiden muss, den bösen Geistern und ihrem schlechten Einfluss (vorwiegend negative, schlechte Gedanken) zu widersagen. Nein zu sagen gegen das, was alle machen, nämlich schlecht über andere zu denken inkl. über mich selbst und womöglich über Gott!

Das heißt nicht, Schlechtes nicht mehr schlecht zu nennen oder einfach tatenlos zuzusehen. D.h. zu unterscheiden, wo ich berechtigterweise über schlechte Dinge nachdenke und dann auch etwas unternehmen kann und muss. In allen anderen Fällen, vor allem in Fällen, wo ich etwas viel schlechter sehe als es ist, muss ich umkehren. Eine Sinnesänderung durchführen! Nicht zulassen, dass mich das Böse gefangen hält in genau der Tätigkeit, die der Widersacher am Liebsten mag: Anklagen! Uns wegen unserer Sünden und Unfähigkeiten anzuklagen! Und das nicht nur uns gegenüber, sondern auch bei Gott!

Gestern z.B. habe ich mir vorgehalten wie sehr ich versagt habe, die Küche schnell und effektiv aufzubauen. Ich war frustriert über meine Unfähigkeit. In Wahrheit habe ich den Einflüsterungen des Teufels geglaubt, der mir gesagt hat: „Du bist eine Niete! Du fühlst dich zu Recht schlecht! Gib einfach auf!“. Das ist natürlich eine Lüge, aber ich habe sie geglaubt, habe mich nicht dagegen gewehrt. Die Wahrheit ist: „Ich bin erlöst. Ich bin ein Kind Gottes. Es geht in diesem Leben nicht nur um Leistung und irdischen Erfolg! Es geht um Liebe! Liebe zu Gott und meinen Nächsten!“.

Und habe ich das gemacht? Nämlich geliebt? Nein, natürlich nicht. Ich war ja so schlecht drauf und depressiv (Letzteres war mir leider nicht wirklich bewusst), so dass ich kaum noch Kraft hatte, meinen Nächsten zu lieben (z.B. meinen Freund oder auch meine Frau, die ich an meinem Frust leider ziemlich teilhaben ließ).

Das ist also die Taktik des Teufels. So fügt er uns Niederlage um Niederlage zu. Und wir wehren uns noch nicht mal! Wir beklagen uns vielleicht sogar bei Gott, was für ein schweres Leben Er uns geschenkt hat. Statt die wahre Ursache unseres Unglücks zu begreifen und gegen den Bösen zu kämpfen! Mit Liebe! Mit Geduld! Mit Ausdauer! Wie der hl. Paulus sagt: (1. Kor 9,26): Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde.“ und mit Verweis auf die Glaubenshelden (Hebr 12,1): „Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist…“.

Die Lüge des Teufels ist: „Du musst nicht kämpfen. Gott muss das für dich tun. Und wenn Er das nicht tut, dann liebt dich Gott nicht oder ist unfähig (oder existiert womöglich gar nicht!)“. Nein, WIR müssen kämpfen und dürfen nicht nachgeben! Natürlich schaffen wir das nicht aus eigener Kraft. Aber Jesus hat uns den Hl. Geist geschenkt. Und wenn wir darauf vertrauen, dann werden wir den Sieg erringen. Früher oder später.

Eine weitere Lüge: „Wenn du betest und Gott um Hilfe bittest und nichts passiert, dann beweist das, dass Gebet nichts bringt oder Gott machtlos ist oder Gott dir nicht helfen will.“ Die Wahrheit ist: „Manchmal prüft uns Gott länger als es uns lieb ist. Aber wir werden dadurch zu größerer Reinheit geläutert und erhalten größeren Lohn“.

Wenn wir doch nur wüssten und glauben könnten wie sehr uns Gott beschenken will und wird. Wie großzügig und liebevoll Er ist. Zweifeln wir doch nicht (mehr) an Gottes Liebe! Kämpfen wir doch lieber den guten Kampf und besiegen den Teufel und seine Helfer durch die Liebe, den Glauben und die Hoffnung!

Das ist leichte gesagt als getan. Deshalb lasst uns füreinander beten, damit wir siegen und den Glauben nicht verlieren, sondern immer mehr wachsen in der Liebe Gottes.

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